Unter der Regierung von Donald Trump soll Menschen an den US-Grenzen verstärkt die Einreise in die USA verweigert werden. Zum Hindernis können womöglich allein schon kritische Äußerungen über die amtierende Administration werden. Das befürchtet nun auch Sänger Neil Young.

Neil Young ist eine Rock-Ikone. Seit seinen Anfängen in den 60er-Jahren hat er nicht nur selbst, sondern auch mit seiner Begleitband Crazy Horse oder mit Crosby, Stills, Nash & Young Musikgeschichte geschrieben. Er erhielt zudem den Beinamen "Godfather of Grunge".

Zugleich ist der 79-jährige Kanadier, der seit 2020 auch die US-amerikanische Staatsbürgerschaft besitzt, ein entschiedener Kritiker von US-Präsident Donald Trump. Schon 2020 schrieb Young einen offenen Brief an Trump, in dem er ihm attestierte: "Sie sind eine Schande für mein Land." Auch "den schlechtesten Präsidenten der Geschichte" nannte der Musiker das amtierende Staatsoberhaupt der USA.

Zudem ging Young gegen die Verwendung seiner Lieder auf Wahlkampfveranstaltungen des Republikaners vor. Er erklärte, er könne es guten Gewissens nicht zulassen, dass seine Musik "als Titelsong für eine spaltende, unamerikanische Kampagne der Ignoranz und des Hasses verwendet wird" - und forderte Schadenersatz von Trump.

"Ausgesperrt oder ins Gefängnis gesteckt"

Im Juni und Juli will Young nun in Europa auf Tour gehen. Im Anschluss sind ab August Konzerte in den USA geplant. Doch der Sänger befürchtet, dass ihm dann die Einreise in die Vereinigten Staaten verweigert werden könnte. Dies erklärte er jetzt in einem Beitrag auf seiner Homepage.

"Wenn ich in Europa Musik mache und über Donald J. Trump spreche, könnte ich einer von den Rückkehrern nach Amerika sein, die ausgesperrt oder ins Gefängnis gesteckt werden, um auf einem Zementboden mit einer Aluminiumdecke zu schlafen", so Young.

"Das passiert jetzt ständig. Die Länder geben für die, die nach Amerika zurückkehren, neue Empfehlungen heraus", fuhr Young fort und ergänzte: "Leute, es stimmt, wenn ihr irgendetwas Schlechtes über Trump oder seine Administration sagt, werdet ihr vielleicht an der (Wieder-) Einreise in die USA gehindert."

Das Beispiel der UK Subs

Sollte ihm das nach seiner Rückkehr aus Europa passieren, würden seine Shows in den USA ins Wasser fallen, schlussfolgert Young. Ob das Kanadiern oder Menschen mit doppelter Staatsbürgerschaft wie ihm tatsächlich blühen würde, fragt der Musiker sich selbst und seine Fans. "Wir werden das alle zusammen herausfinden", lautet seine Antwort.

Bereits einen Tag zuvor hatte Young die Politik von US-Präsident Trump in einem Beitrag kritisiert. "Was passiert gerade in unserem Amerika? Unsere Regierung nimmt uns unser Recht auf freie Meinungsäußerung und begräbt es", schrieb er etwa. Oder mit Blick auf Tesla-Chef Elon Musk: "Er ist eine Bedrohung für Amerika, ermöglicht durch unseren Präsidenten, weil er Millionen für die Wahl unseres Präsidenten ausgegeben hat."

Ganz unbegründet ist Youngs Befürchtung, dass ihm die Einreise in die USA verweigert werden könnte, womöglich nicht. Zuletzt häuften sich Berichte über Menschen, die nach verschärften Kontrollen an der US-Grenze abgewiesen wurden. Zum Beispiel wurden Mitglieder der britischen Punkband UK Subs am Flughafen von Los Angeles zunächst inhaftiert, ehe ihnen der Einlass in die USA verwehrt wurde. Die Gruppe mutmaßt, Grund dafür könnte ihre kritische Haltung zu Trump sein.

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