Warum Val Kilmer seine Krebserkrankung lange leugnete
Val Kilmer litt an Kehlkopfkrebs. Seine Diagnose leugnete er allerdings lange. Aus religiösen Gründen begegnete der "Top Gun"-Star Krankheit und Tod auf besondere und gefährliche Weise.
Schauspieler Val Kilmer, der seinen großen Durchbruch 1986 mit dem Actionfilm "Top Gun" gefeiert hatte, ist im Alter von 65 Jahren an den Folgen einer Lungenentzündung gestorben. Seine Krankheitsgeschichte begann indes schon vor zehn Jahren - was er allerdings anders gesehen hat.
Seit 2014 gab es immer wieder Spekulationen um eine Krebserkrankung Kilmers. Eine Diagnose, die er selbst lange abstritt. 2015 widersprach er nach einem Krankenhausaufenthalt Gerüchten über seinen Gesundheitszustand auf Facebook: "Ich habe weder einen Tumor noch eine Tumoroperation oder irgendeine Operation gehabt." Ein Jahr später erzählte sein Freund und Kollege Michael Douglas, mit dem er 1996 "Der Geist und die Dunkelheit" drehte, der Presse, dass Kilmer an genau derselben Erkrankung leiden würde, die auch bei ihm diagnostiziert worden war. "Val ist ein wundervoller Kerl, der jetzt das Gleiche hat, was ich hatte und es sieht nicht so gut aus für ihn. Ich bete für ihn", sagte der Oscarpreisträger, bei dem 2010 ein Tumor an der Zungenwurzel gefunden worden war. Kilmer dementierte das und behauptete, dass er einen Knoten im Hals und eine geschwollene Zunge habe, aber "keinen Krebs".
Erst zwei Jahre nach den ersten Gerüchten gab Kilmer in einer Fragerunde bei Reddit erstmals seine Krebserkrankung zu, indem er sagte, er sei geheilt.
Der öffentliche Umgang mit seiner Krankheit hatte mit seinem Glauben zu tun: Val Kilmer war Anhänger der Religionsgemeinschaft "Christliche Wissenschaft", in der Heilung durch Gottvertrauen und nicht durch Schulmedizin stattfinden soll. In einem Interview mit der "New York Times" erklärte Kilmer 2020 laut "Entertainment Tonight", dass in seinem Glauben eine Diagnose eher eine Behauptung sei als eine Tatsache.
Ursprünglich hatte der Schauspieler auch geplant, sich keiner traditionellen Behandlung zu unterziehen und dem Krebs stattdessen mit der Hilfe seines Glaubens zu begegnen. Dieser Plan änderte sich lediglich wegen seiner nun erwachsenen Kinder Jack und Mercedes. "Ich wollte einfach nicht ihre Angst erleben, die sehr groß war", sagte Kilmer. "Ich hätte weggehen müssen, und ich wollte einfach nicht ohne sie sein."
"Wunderheilung"
Es folgten Operationen, Chemotherapien und Bestrahlungen, in deren Folge er einen Luftröhrenschnitt und eine Ernährungssonde benötigte. Obwohl Kilmers Ärzte seine Behandlungen als erfolgreich betrachteten, glaubte der Schauspieler, dass sein Glaube und sein Gebet ihn geheilt und die Behandlungen ihm eher geschadet hätten. "Das kommt von der Bestrahlung und der Chemotherapie. Das kommt nicht vom Krebs", sagte er beispielsweise über seine Trachealkanüle. "Diese 'Behandlung' hat mein Leiden verursacht." In seinen 2019 erschienenen Memoiren "I'm Your Huckleberry" schrieb Kilmer, dass er über vier Jahre krebsfrei sei und bezeichnete seine Genesung als "Wunderheilung".
Angst vor dem Tod hatte Kilmer dank seines Glaubens nicht: "Jemand kommt zu dir und sagt, du hast nur noch vier Monate zu leben und das Konzept von Zeit ist ein menschliches Konzept. Wenn man das göttliche Konzept von Zeit beschreibt, gibt es keine."
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