Udo Lindenberg schießt gegen Trump und rechte Fans
Seit 30 Jahren steht Udo Lindenberg auf der Bühne. Dabei positioniert sich der Rockstar gerne auch politisch. Gegen den Krieg sang er schon vor 40 Jahren. Jetzt treibt ihn besonders die Trump-Regierung um. Auch zu rechten Fans bei seinen Konzerten findet der Rockmusiker deutliche Worte.
Die Debatte um die Aufrüstung Deutschlands lässt Rockmusiker und Maler Udo Lindenberg an seiner pazifistischen Grundhaltung zweifeln. In den Achtzigern sei man auf die Straße gegangen "gegen die ganzen Scheißraketen", sagt der 78-Jährige in einem Interview mit dem "Stern". Heute sei die Lage jedoch eine andere. "In dieser verirrten Schwachmaten-Welt stellt man sich plötzlich die bange Frage: Müssen wir umdenken? Brauchen wir jetzt doch 'n starkes Militär?"
Die Frage, "wie wir unsere freie Welt noch retten können und ob Worte und Songs und Kunst und Demos dafür ausreichen, oder ob wir uns tatsächlich auch militärisch wappnen müssten, tut meiner Pazifistenseele sehr weh und lässt mich manchmal gar nicht schlafen", sagt Lindenberg dem Magazin.
Angesichts der internationalen Entwicklung mit dem Ukraine-Krieg und der zweiten Amtszeit von Donald Trump als US-Präsident spricht er von einem Horrorszenario: "Vance, Musk, Putin und dazu noch unsere schlaffe Ampel-Regierung, um die herum die Rechtsextremen immer lauter werden." Trump komme "jeden Tag mit neuen Sekreten um die Ecke", sagt Lindenberg und mein damit die Dekrete des US-Präsidenten. Diese seien "üble Ausscheidungen von irgendeiner geistigen Seuche. Derbe abtörnend, das ganze Ding."
Resignation sei für ihn aber keine Alternative. "Wir dürfen doch die nächste Generation nicht hängen lassen. Wir dürfen uns nie daran gewöhnen, dass die Welt mal wieder regiert wird von Schizomaten", sagt Lindenberg. "Irgendwann kommen auch wieder neue Leute mit unseren Idealen und Visionen für die bessere und fairere Welt von morgen."
Lindenberg nennt rechte Fans "’ne befremdende Nummer"
Seit Beginn seiner Karriere macht Lindenberg sich gegen rechte Gewalt stark. Auf die Frage, wie er mit rechten Fans umgehe, sagt Lindenberg: "Bei erklärten Nazis gibt's nix zu reden, aber es gibt ja viele andere, die muss man nicht gleich abtun als aussätzige Idioten. Man kann sie ja vielleicht wieder erreichen, auch mit guten Songs und smarten Texten. Man muss es zumindest versuchen."
Während seiner Konzerte könne er mitunter von der Bühne aus beobachten, wie sich in Teilen seines Publikums die Dynamik verändere, wenn er Songs gegen Rechts anstimme. "Spätestens, wenn wir 'Bunte Republik Deutschland' spielen, müssen auf einmal doch einige Leute kurz raus und neues Bier holen. Das ist dann auch für mich und meine Band 'ne befremdende Nummer", so Lindenberg im "Stern". Was ihm Hoffnung gibt: Dass alle Fans den Rest des Abends zusammen mit seiner Band und ihm in einer Arena stehen, in Kontakt seien würden. "Wir müssen ja im Gespräch und in Verbindung bleiben, vor allem, je mehr polarisiert wird."
Udo Lindenberg ist auch ein erfolgreicher Maler. Zwei große Werkschauen werden in diesem Jahr Zeugnis seiner Malerei ablegen. Neben seinen populären, bunten Rock-Art-Motiven überwiegt in Lindenbergs Œuvre der politische Strich.
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