Val Kilmer spielte seine Rollen nicht, er lebte sie
«This Is The End»: 1991 sassen wir im Kino, schwärmten vom 20 Jahre zuvor verstorbenen charismatischen Doors-Frontman Jim Morrison, den wir nie selbst erlebt hatten und sahen dabei Val Kilmer zu, für den wir ab sofort auch schwärmten. Zum Verwechseln gut spielte Kilmer Morrison, war Morrison – und wir dachten ab sofort immer auch an Val Kilmer, wenn wir Musik der Doors hörten.

Der bedeutende Filmkritiker Roger Ebert schrieb damals, Kilmer sei so sehr Morrison, dass das kein Fall von Casting sei, sondern von «possession», von Inbesitznahme.
Im Kampfjet und auf dem Pferderücken
Für viele Fans ist aber nicht Jim Morrison, sondern Tom «Iceman» Kasanzky aus «Top Gun» (1986) die Paraderolle Val Kilmers, als anfänglicher Konkurrent von Tom Cruises Figur Pete «Maverick», der später zu dessen Lebensretter und Freund wird.
«Top Gun» machte Val Kilmer weltweit berühmt. Aber nicht nur im Flugzeug machte er eine gute Figur: zwei Jahre später sass er im Fantasy-Epos «Willow» auf dem Pferderücken.
Geboren wurde Val Kilmer am Heiligabend 1959 in einem Vorort von Los Angeles, er hatte irische, deutsche, schwedische und Cherokee-Wurzeln. Später war er 17-jährig der jüngste Student, den die renommierte Schauspielabteilung der Juilliard School in New York je aufgenommen hatte.
Ausnahmeschauspieler und schwieriger Charakter
Val Kilmer ging jeweils vollends in seinen Rollen auf, spielte sie nicht nur, sondern lebte sie bis zum persönlichen Exzess.
Einfach war das nicht, weder für ihn noch für die, die mit ihm zusammenarbeiteten: als er in Joel Schumachers «Batman Forever» (1995) Michael Keaton als Batman abgelöst hatte, kehrte er für den zweiten Schumacher-Batman nicht zurück. Schauspieler und Regisseur waren am Set mehrfach aneinandergeraten – obwohl Joel Schumacher zuvor gesagt hatte, Val Kilmer sei der beste Batman aller Zeiten gewesen.

Auch andere Regisseure weigerten sich, mit dem zwar brillanten Schauspieler, aber offenbar schwierigen Charakter mehr als einmal zusammenzuarbeiten. «Zwei Dinge würde ich im Leben nie tun: den Mount Everest besteigen und nochmal mit Val Kilmer arbeiten», wird zum Beispiel der Regisseur von «The Island of Dr. Moreau» John Frankenheimer zitiert.
Vom Kehlkopfkrebs genesen, aber stimmlos
So schwierig Val Kilmer bei der Arbeit am Filmset gewesen sein mag, seine Filmografie ist beeindruckend und unglaublich vielseitig.
Er gab den fiesen Gangster (zum Beispiel in Michael Manns «Heat» neben Robert De Niro und Al Pacino) ebenso beeindruckend wie den kühlen, ehrgeizigen Air Force-Piloten: 2022 schlüpfte er übrigens nochmal in die Rolle als «Iceman», der Wingman von Pete «Maverick» Mitchell (Tom Cruise) in «Top Gun: Maverick».
Da war er bereits von Krankheit gezeichnet – seine Rolle war stimmlos. 2015 war Val Kilmer an Kehlkopfkrebs erkrankt, den er zwar überstand, an dem er aber seine Stimme verlor. Nun ist er 65-jährig nach einer Lungenentzündung verstorben.
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