Die weltweiten Auslieferungen von Tesla sind im vergangenen Quartal um rund 13 Prozent gefallen. Der von Tech-Milliardär Elon Musk geführte Elektroauto-Hersteller brachte 336.681 Fahrzeuge zu den Kunden, wie das Unternehmen mitteilte. Analysten hatten im Schnitt einen Rückgang um 3,5 Prozent erwartet. Starke Rückgänge in Europa hatten bereits auf schwächere Auslieferungszahlen hingedeutet.

Laut der „Financial Times“ ist es das schwächste Quartal für Tesla seit 2022. Nach Angaben der Finanznachrichtenagentur Bloomberg fielen Tesla-Aktien vor Beginn des regulären Handels am Mittwoch in New York um bis zu 5,8 Prozent. Seit ihrem Rekordhoch in den Wochen nach Trumps Wahlsieg war die Aktie bis zum Handelsschluss am Dienstag um 44 Prozent gefallen.

Experten machen mehrere Faktoren für den verringerten Absatz verantwortlich. Zum einen hatte das Unternehmen zuletzt Fabriken auf der ganzen Welt umgerüstet, um das neu gestaltete Model Y herzustellen. Dies führte jedoch zu Produktionsausfällen, wie sie bei Automobilherstellern beim Übergang von einer Fahrzeuggeneration zur nächsten üblich sind.

Vandalismus gegen Tesla

Auch sind Musks prominente Rolle als Berater von US-Präsident Donald Trump und seine Beifallsbekundungen für rechtsnationale Parteien in Europa Analysten zufolge ein belastender Faktor. Zudem setzen Konkurrenten, vor allem in China, Tesla mit seiner bislang führenden Marktstellung bei E-Autos unter Druck.

Musk galt über Jahre als die wichtigste treibende Kraft für Teslas Erfolg. Doch werden seine politischen Aktionen nun zu einer Belastung für den E-Autobauer? Bei Demonstrationen werden Teslas als „Nazi-Autos“ beschimpft. Fahrzeuge wurden an Tesla-Auslieferungszentren angezündet und mit Parolen beschmiert.

Die US-Regierung stärkt Trumps Vertrautem Musk demonstrativ den Rücken. US-Justizministerin Pam Bondi drohte, Vandalismus gegen Tesla als inländischen Terrorismus einzustufen. Handelsminister Howard Lutnick rief dazu auf, Tesla-Aktien zu kaufen. Trump selbst ließ mehrere Teslas vor dem Weißen Haus auffahren und suchte sich davon ein rotes Model S zum Kauf aus. „Ich liebe Tesla!“, verkündete der US-Präsident in einer ungewöhnlichen Werbeaktion.

Musk hofft auf Robotaxis und Roboter

Selbst beim Musk und Tesla wohlgesonnenen Branchenanalysten Dan Ives klingeln die Alarmglocken. Jetzt sei ein „Moment der Wahrheit“ für Musk, sagte der Experte der Investmentfirma Wedbush jüngst im US-Wirtschaftssender CNBC. Musk müsse seine Kostensenker-Rolle und den Job als Tesla-Chef ins Gleichgewicht bringen – und dafür vielleicht im Weißen Haus etwas kürzertreten, legte ihm Ives nahe.

Derweil bekommen Teslas Wagen immer mehr Konkurrenz – insbesondere im wichtigen chinesischen Markt. Musk hält dagegen, dass autonomes Fahren und humanoide Roboter Tesla zum mit Abstand wertvollsten Unternehmen der Welt machen würden. Doch die Firma blieb bisher den Beweis schuldig, dass sie ohne menschliches Eingreifen verlässlich fahrende Autos bauen kann.

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