Die Juno-Awards sind das kanadische Pendant zu den US-amerikanischen Grammys. In diesem Jahr sind bei der Musikpreis-Verleihung auffallend viele politische Töne zu hören. Grund ist das schroffe Auftreten von US-Präsident Donald Trump gegenüber dem Nachbarn.

Seit Donald Trump wieder im Amt des US-Präsidenten ist, ist das traditionell gute Verhältnis zwischen den USA und Kanada stark getrübt. Grund ist zum einen Trumps Affront, er wolle den Nachbarn zum 51. Bundesstaat der USA machen. Zum anderen sorgen die Vorwürfe des US-Präsidenten, Kanada tue nicht genug gegen Drogenkriminalität und illegale Migranten, für Unmut. Und dann gibt es da natürlich auch noch den Handelsstreit rund um Donald Trumps Lieblingsthema: Zölle.

Im kanadischen Vancouver wurden am Sonntagabend die sogenannten Juno-Awards verliehen. Bei der Musikpreis-Zeremonie handelt es sich um das kanadische Pendant zur US-amerikanischen Grammy-Verleihung. Anders als etwa bei den Oscars Anfang März, bei denen es weitgehend unpolitisch zuging, kochten bei den Juno-Awards diesmal die Emotionen hoch.

So nahm etwa Superstar Michael Bublé zu den aktuellen Geschehnissen unmissverständlich Stellung. "Wir sind nicht käuflich", erklärte er in Richtung der US-Administration unter Trump.

"Wir sind einzigartig"

Mit Blick auf die Zoll- und Annexionsdrohungen des US-Präsidenten fügte der 49-Jährige hinzu, Kanada sei "die großartigste Nation der Welt", da das Land gerade eine Welle des Patriotismus erlebe. "Leute, wir sind einzigartig. Wir sind wunderschön", sagte Bublé, der den Abend moderierte, vor dem Publikum in seiner Heimatstadt.

"Wenn sie tief sinken, steigen wir in die Höhe", sagte Bublé weiter. Die Kanadier würden ihr Land lieben. "Und wenn man etwas liebt, steht man dafür ein, und das werden wir immer tun." Er betonte: "Wir werden es tun, weil wir beeindruckend sind, weil wir furchtlos sind, weil wir unsere Unterschiede nicht nur anerkennen, sondern sie auch annehmen." Dies mache sie nicht nur stärker, sondern auch "viel interessanter".

Bublé brachte zudem seine Frau, die argentinische Schauspielerin Luisana Lopilato, mit auf die Bühne der Rogers Arena. Er stellte sie als "eine der neuesten und stolzesten Bürgerinnen Kanadas" vor.

Statement im Hockeytrikot

Als Country-Sängerin Anne Murray den Lifetime Achievement Award entgegennahm, trug sie ein glitzerndes rotes Hockeytrikot des kanadischen Teams. The Beaches wurden als beste Band des Jahres geehrt. Der "Tiktok Juno Fan Choice Award" ging an Bbno$, einen kanadischen Rapper, der auch als Alexander Leon Gumuchian bekannt ist. "Elon Musk ist ein Stück Abschaum", entfuhr es ihm auf der Bühne mit Blick auf den Tesla-Chef in Diensten von Donald Trump.

Der Preis für die Nachwuchskünstlerin des Jahres ging an Nemahsis, die ihre Trophäe mit den Worten entgegennahm: "Ich bin froh, dass ich das als völlig unabhängige palästinensische, kanadische Muslimin erreicht habe."

Die kanadischen Rocker Sum 41 gaben bei der Gala ihren allerletzten Live-Auftritt und wurden in die Canadian Music Hall of Fame aufgenommen. Sängerin Tate McCrae konnte gleich mehrere Preise einheimsen: für die beste Single des Jahres, als beste Künstlerin des Jahres, das beste Album sowie das beste Pop-Album des Jahres.

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