"Die Schanze": Geld, Liebe, Rache, Mord
Schnee, Skipisten, eine Schanze: Ein Ort nahe der Alpen ist Ellens Heimat, aus der sie einst flüchtete und nun zurückkehrt, um als Landärztin zu praktizieren. Aber die Vergangenheit holt sie sehr schnell ein. Zwei Morde erschüttern den Ort und Ellen hat das perfekte Motiv.
Wenn man an einen Ort am Fuße der Alpen denkt, assoziiert man diesen mit Schnee, Natur, Urlaub. Idylle pur halt. Als Ellen den Ort sieht, dessen Markenzeichen eine Skischanze ist, die sich einsam an einem Hang gelegen, dem Himmel entgegenstreckt, gehen ihr andere Gedanken durch den Kopf: War es die richtige Entscheidung, an diesen Ort zurückzukehren?
Ellen hat ihn vor langer Zeit verlassen. Und aus gutem Grund. Nun ist sie zurück. Als Ärztin. Sie wird die örtliche Praxis übernehmen. Menschen helfen. Genau das ist ihr Anliegen, ihr Antrieb für die Rückkehr.
Rache, eiskalt serviert
Doch kaum ist sie wieder in ihrem Heimatort, baumelt ein Toter vom höchsten Punkt der Skischanze. Ein Toter zudem, den Ellen sehr gut kannte. Es ist Johannes, er ging mit ihr zur Schule, war einer der beiden Söhne des Bürgermeisters. Gute Erinnerungen an ihn hat Ellen nicht. Ganz im Gegenteil. Dann wird auch Johannes‘ Bruder Max tot gefunden: Auf den ersten Blick sieht alles wie ein Skiunfall aus. Allerdings hatte Johannes das Skifahren bereits mit der Muttermilch aufgesogen. Recht schnell wird allen klar: Auch Max wurde ermordet. Und wie sein Bruder davor mit einem Viehtreiber traktiert.
Wer steckt dahinter? Treibt ein Serienkiller sein Unwesen in dieser Postkartenidylle? Oder ist es gar ein Denkzettel der Mafia, schließlich ist Max‘ und Johannes‘ Vater einer der einflussreichsten Menschen in der Umgebung, Politiker zudem. Ellen weiß es besser. Die Morde haben mit ihr zu tun. Sie gehen gewissermaßen auf ihr Konto - und die Vergangenheit holt sie ein. Brutal und gnadenlos, wie schon einmal.
Nur rund eine Handvoll Menschen wissen über Ellens Schicksal Bescheid. Sie wurde während des Abi-Balls vergewaltigt. Die Täter Johannes und Max kamen ungeschoren davon. Ellens Vater drängte sie dazu, von einer Anzeige abzusehen, ihrer Psyche wegen. Hinter ihrem Rücken machte er aber einen Deal mit dem Bürgermeister, durfte sein Hotel erweitern. Ellens Mutter war da schon lange tot.
Bei der örtlichen Polizei ging dennoch eine Anzeige ein. Anonym. Wer hat sie gestellt? Gab es einen Zeugen der Vergewaltigung? Ist er es, der nun mordet und so sein Gewissen bereinigen will? Oder ein alter Verehrer Ellens, der nach ihrer Rückkehr nun reinen Tisch macht?
Gänsehaut-Garantie
Ellen muss sich ihrer Vergangenheit stellen. Sie muss abtauchen an den schwärzesten Ort ihrer Seele, alte Wunden wieder aufreißen. Was dadurch allerdings an die Oberfläche drängt, ist eine noch viel schrecklichere Erkenntnis: Ellen wurde von drei Tätern missbraucht. Aber noch hat sich der Schleier der Vergangenheit nicht gänzlich gelüftet …
Geschickt spielt Autor Lars Menz mit der Fantasie der Leser, offeriert ihnen Möglichkeiten, legt falsche Fährten und sorgt so für ein Verwirrspiel, das in den Bann zieht. Kurze Sätze, gerade heraus, ohne viel Schnörkel. Das ist sein Markenzeichen in "Die Schanze". Das Buch hat die Chance, ein Bestseller zu werden, Verfilmung inklusive.
Es geht um Geld, Macht, Liebe, Verrat und Rache. Es geht um Familie, um kleine und große Dramen, um Schicksal, Willkür, Mord. Charaktere und Plot sind dabei eng miteinander verwoben. Die Geschichte lebt aufgrund ihrer natürlichen und menschlichen Abgründe. Aber letztere sind es am Ende, die für mehr Gänsehaut beim Leser sorgen.
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