US-Börsen schließen vor Trumps Zoll-Ankündigung im Plus
Als Donald Trump sein neues Zollpaket verkündet, ist der Handel an der Wall Street gerade beendet - doch die Erwartungen über die Pläne des US-Präsidenten sind das bestimmende Thema für die Anleger. Viele hoffen offenbar, dass es so schlimm nicht kommen wird.
Unmittelbar vor der Einführung neuer US-Zölle hat die Wall Street im Plus geschlossen. Der Dow Jones gewann 0,6 Prozent auf 42.225 Punkte. Der technologielastige Nasdaq rückte 0,9 Prozent auf 17.601 Zähler vor und der breit gefasste S&P 500 legte 0,7 Prozent auf 5671 Stellen zu.
US-Präsident Donald Trump gab sein Zollpaket um 22.00 Uhr (MESZ) bekannt und damit erst zum Schluss des regulären Handels an der Wall Street. Anleger warteten gespannt auf die Details. Dass der Markt zunächst wieder angezogen habe, deutete laut Eric Schiffer von der Patriarch Organization darauf hin, dass die Anleger auf weniger strenge Maßnahmen hoffen. Der Experte mahnte allerdings zur Vorsicht. "Entscheidend wird sein, wie die Handelspartner reagieren und was das für Lieferketten und Gewinne bedeutet."
Trump hat bereits Zölle auf Aluminium, Stahl und Autos sowie erhöhte Abgaben auf sämtliche Waren aus China verhängt. "Die Zölle belasten bereits die Stimmung in der Wirtschaft, und das wird sich wahrscheinlich in den kommenden Monaten in einer geringeren globalen Wirtschaftstätigkeit niederschlagen", sagte Ben Bennett, Stratege beim Investitionsverwalter Legal & General.
Die Nervosität an den Börsen ließ Gold erneut heller strahlen. Das als Anti-Krisen-Währung genutzte E delmetall verteuerte sich um rund ein halbes Prozent auf 3127 Dollar je Feinunze, nachdem es am Dienstag ein Rekordhoch bei 3148,88 Dollar markiert hatte. Eine Abschwächung der US-Wirtschaft, ein möglicher Anstieg der Inflation und Zinssenkungen könnten dazu führen, dass der Goldpreis in den kommenden Monaten die Marke von 3300 Dollar erreiche, sagte Edelmetallmarkt-Experte Philip Newman vom Analysehaus Metals Focus.
Am Devisenmarkt verlor der Dollar-Index, der die Devise zu anderen wichtigen Währungen misst, 0,3 Prozent auf 103,9 Punkte. "Je härter die Ankündigung wahrgenommen wird, desto wahrscheinlicher ist eine Abschwächung des Dollars", sagt Ricardo Evangelista, Analyst vom Broker ActivTrades. Investoren würden sich dann auf ein Szenario eines langsameren US-Wachstums einstellen, das die US-Notenbank Federal Reserve möglicherweise zu schnelleren Zinssenkungen zwingen könnte als bisher erwartet. Seit Jahresbeginn hat der Dollar-Index rund vier Prozent verloren, nachdem er 2024 um sieben Prozent gestiegen war.
Tesla legt nach Musk-Berichten zu
Im Rampenlicht bei den Unternehmen stand unter anderem die Aktie des Elektroautobauers Tesla, die um 5,3 Prozent zulegte. Trump habe seinem innersten Vertrautenkreis mitgeteilt, dass Musk in den kommenden Wochen als sein Berater ausscheiden werde, berichtete das Magazin "Politico". Zuvor waren die Tesla-Titel um mehr als sechs Prozent abgerutscht. Überschattet von Musks umstrittenem politischen Engagement waren die Verkaufszahlen des Konzerns im ersten Quartal weltweit stärker gesunken als erwartet.
Die jüngsten Absatzzahlen des Tesla-Konkurrenten Rivian konnten die Anleger nicht überzeugen. Die Titel gaben nach der Veröffentlichung 5,9 Prozent nach. Rivian lieferte im ersten Quartal nach eigenen Angaben deutlich weniger Fahrzeuge aus als im Vorjahreszeitraum. Als Grund nannte der Konzern eine schwache Nachfrage, die unter anderem auf die Auswirkungen der jüngsten Brände in Los Angeles zurückzuführen sei. Das kalifornische Unternehmen hat eine bedeutende Kundenbasis in der Region.
Für Gesprächsstoff sorgte auch Amazon. Der Online-Einzelhändler hat laut der Zeitung "New York Times" ein Kaufangebot für TikTok abgegeben. Die Aktie legte nach dem Bericht um knapp zwei Prozent zu.
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