Französischer Fiskus hat Familie Geiss im Visier
Eine Steuerprüfung in Frankreich kommt zu der Auffassung: Die Familie Geiss könnte Steuervorteile abgegriffen haben, die ihr nicht zustanden. Der französische Staat fordert von ihnen deswegen laut einem Bericht sieben Millionen Euro - und will ein Luxus-Hotel der Familie zwangsversteigern.
Luxuriöse Zimmer, Poollandschaften, Austern mit Weißwein: Auf dem Instagram-Account des Hotels "Maison Prestige Roberto Geissini" ist von dem drohenden Ärger keine Spur. Dabei soll das Luxushotel von Carmen und Robert Geiss an der französischen Côte d'Azur zwangsversteigert werden.
Wie das Portal "Business Insider" berichtet, kommt das Vier-Sterne-Haus in der Gemeinde Grimaud am Golf von Saint-Tropez am 25. April unter den Hammer. Der Startpreis liegt demnach bei 1,5 Millionen Euro. Hintergrund sollen "Steuerschulden in Millionenhöhe"sein, die der französische Staat von den Geissens fordert. Sie stammen laut dem Bericht aus den Jahren 2010 bis 2022 und belaufen sich auf sieben Millionen Euro.
"Wie viele andere Grundstückbesitzer in Frankreich sind auch wir von überzogenen Forderungen der französischen Behörden betroffen und kämpfen seit Jahren für unser Recht", sagte Robert Geiss der "Bild"-Zeitung. Die drohende Versteigerung bestätigte er dem Blatt. Im Fokus der Ermittlungen liegt demnach nicht die Hotelbetreibergesellschaft des "Maison Prestige Roberto Geissini", sondern das in Luxemburg registrierte Unternehmen Whereland Real Estate SA des 61-Jährigen. Es soll Anteile an dem Luxusressort halten.
Der Vorwurf: Die Familie Geiss habe Steuervorteile abgegriffen, die ihr nicht zustanden. Immobilien- und Investitionsfirmen genießen in Frankreich gewisse Vorzüge, wenn sie Immobilien innerhalb von fünf Jahren wieder verkaufen. Das Grundstück, auf dem das Hotel steht, ist seit 2008 im Besitz der Familie. Laut einem Insider, den die "Bild"-Zeitung zitiert, war geplant, auf dem Terrain drei Villen zu bauen und ein bestehendes baufälliges Haus zu renovieren, um es dann teuer weiterzuverkaufen. Bauverzögerungen und die Weltwirtschaftskrise von 2010 bis 2014 hätten allerdings verhindert, dass es zu einem Verkauf kam. Die Immobilie sei von mehreren Agenturen im In- und Ausland ohne Erfolg angeboten worden. Die Geissens eröffneten deswegen 2015 das "Maison Prestige Roberto Geissini".
Laut dem Insider hat eine Steuerprüfung nach Ablauf der Fünf-Jahresfrist zwar die Verkaufsbemühungen nachgewiesen. Aber: "Das französische Steuerrecht hat diese Einlassungen in die Verhandlungen und das Verfahren nicht anerkannt und fordert die ausstehenden Restbeträge mit Zinsen, Säumniszuschlägen und Geldstrafen", so der Insider. Inzwischen ist die geplante Zwangsversteigerung ein Fall für die Anwälte. Robert Geiss will Berufung einlegen. Er sei "sehr zuversichtlich", dass diese noch abgewendet werden kann, sagte er der "Bild"-Zeitung.
Robert und Carmen Geiss lassen seit mehr als zehn Jahren Fernsehzuschauer an ihrem Luxus-Leben teilhaben. In der Reality-Doku "Die Geissens - Eine schrecklich glamouröse Familie" gewähren sie mit ihren beiden Töchtern einen - gekonnt inszenierten - Einblick in ihren Jetset-Alltag. Robert Geiss gründete mit seinem Bruder 1986 die Bodybuilder-Kleidungsmarke "Uncle Sam". 1995 verkauften sie die Firma eigenen Angaben zufolge für 140 Millionen D-Mark und teilten sich das Geld.
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