Trumps Zollkeule drückt Aktienmärkte - Gold teuer wie nie
Die Angst vor neuen US-Zöllen setzt weltweit den Börsen zu. Hinzu kommen Inflationssorgen. Anleger flüchten aus Aktien und setzen immer mehr auf Gold.
Vor dem angekündigten Inkrafttreten neuer US-Strafzölle gehen Marktteilnehmer an den Börsen weltweit in Deckung. Europas und Asiens Aktienmärkte öffneten mit Kursverlusten. Der Goldpreis knackte unterdessen den nächsten Rekord.
US-Präsident Donald Trump erklärte in der Nacht, dass die von ihm geplanten reziproken Zölle im Wesentlichen alle Länder betreffen würden. Diese Äußerungen zerstreuen Hoffnungen, dass die Maßnahmen selektiver ausfallen würden. Trump will am Mittwoch die ersten dieser Zölle einführen, gefolgt von höheren Abgaben auf Autoimporte am Tag danach.
Unter den Sorgen über diese Handelspolitik leiden in Europa export- und konjunkturabhängige Aktien, umgeschichtet wird in defensive Branchen wie Versorgung und in Anleihen. Der Dax verlor allein in den ersten Handelsminuten 1,3 Prozent auf 22.175 Punkte. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen sank derweil um 1,5 Prozent auf 27.429 Punkte und der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gab um ein Prozent nach.
In Ostasien fuhren die Börsen am Morgen teils massive Kursverluste ein, nachdem es am Freitag an der Wall Street steil abwärts gegangen war. In Japan brach der Nikkei-Index um 4 Prozent ein und lag damit so tief wie seit September nicht mehr.
Umschichtung aus den USA nach Europa
Trumps erratische Aussagen zu Zöllen machen es Anlegern unmöglich, deren Umfang abzuschätzen. Goldman Sachs befürchtet, dass die durchschnittlichen US-Zölle auf 15 Prozent steigen, das wären 5 Prozentpunkte mehr als erwartet. "Wir gehen weiter davon aus, dass das Risiko der Zölle ab dem 2. April größer ist, als viele Marktteilnehmer annehmen."
Auch immer mehr US-Firmen und -Anleger machen sich Sorgen über die Trump-Politik. Der Kapitalabzug aus den USA dürfte daher weiter anhalten und Europas Börsen tendenziell stützen. Die Aktienstrategen der Citigroup gehen davon aus, dass die Neuausrichtung der Kapitalströme in Richtung Europa gerade erst begonnen habe. Bei JP Morgan sprechen die Analysten von der schnellsten Umschichtung, die man in den vergangenen 40 Jahren beobachtet habe.
Dazu kommen die weltweit schlechten Daten zur Inflation, die auch ohne den Einfluss von Zöllen bereits steigt. Sowohl in Japan als auch den USA die Preise stärker gestiegen als befürchtet. In den USA stehen damit die bislang geplanten zwei Zinssenkungen dieses Jahr infrage. In Deutschland und anderen EU-Ländern werden im Lauf des Tages die Inflationsraten für März vorgelegt.
Goldpreis knackt 3100-Dollar-Marke
Wegen der Inflationsängste rutschten die zinsempfindlichen Technologiewerte an der Nasdaq kräftig ab. Hier gab es Verluste von 1,5 Prozent bei Nvidia bis zu knapp 5 Prozent bei Google. Zusätzlich belastet der lauwarme Börsengang von Coreweave, der ein weiteres Nachlassen des KI-Hypes offenbarte.
Gold erscheint in dieser Gemengelage umso mehr als vermeintlich sicherer Hafen. Die Sorgen der Anleger hievten den Goldpreis erstmals über die 3100-Dollar-Marke. Das gelbe Metall verteuerte sich um mehr als ein Prozent auf über 3120 Dollar je Feinunze und erreicht damit einen neuen Höchststand.
Ein schwaches Wachstum in den USA könnte auf eine anziehende Inflation treffen, hieß es von Marktteilnehmern. Damit gewinne das Edelmetall als klassischer Inflationsschutz an Bedeutung. Gold hat in diesem Jahr um mehr als 19 Prozent zugelegt - und die Rally dürfte anhalten.
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