Verdi ruft zu Warnstreiks an elf deutschen Flughäfen auf – Berlin stellt Betrieb komplett ein
Im Tarifkonflikt des Öffentlichen Dienstes ruft Verdi erneut zum Streik auf und will am Montag die großen deutschen Flughäfen lahmlegen. Der Arbeitskampf gelte für die Tarifbeschäftigten für 24 Stunden. Betroffen sind laut Verdi-Mitteilung die Flughäfen in:
- München
- Stuttgart
- Frankfurt
- Köln/Bonn
- Düsseldorf
- Dortmund
- Hannover
- Bremen
- Hamburg
- Berlin-Brandenburg
- Leipzig-Halle
Als Reaktion hat der Berlins Flughafen BER für Montag alle Flüge gestrichen. „Sämtliche geplanten Abflüge und Ankünfte werden von den Streiks betroffen sein und können daher nicht stattfinden“, teilte der Flughafen mit. Man empfehle den betroffenen Fluggästen, sich bei ihren Airlines oder ihrem Reiseveranstalter über die Möglichkeit zu Umbuchungen und alternativen Reisemöglichkeiten zu informieren, hieß es. Der Flugbetrieb werde voraussichtlich zum Betriebsstart am Dienstag wieder aufgenommen.
Am Drehkreuz Frankfurt können keine Passagiere einsteigen und auch der Transitverkehr werde mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit von den Auswirkungen betroffen sein, erklärt der Betreiber Fraport. Die Aufgaben für einen vollumfänglichen Flugbetrieb würden ausgesetzt. Der Flughafenbetreiber ruft die Passagiere auf, nicht zu den Terminals zu kommen. Die Lufthansa arbeitet nach Angaben eines Sprechers an einem Ersatzflugplan.
Der Flughafen München erwartet massive Auswirkungen. Genaue Details stünden zwar noch nicht fest, weil die Fluggesellschaften erst noch ihre angepassten Sonderflugpläne erstellen müssten, sagte ein Sprecher. Da es sich um einen deutschlandweiten Warnstreik handele, sei aber mit massiven Auswirkungen auf den Flugbetrieb und einem stark reduzierten Flugplan zu rechnen.
Am Hamburger Flughafen betrifft der Streik verschiedene Bereiche, unter anderem die Gepäck- und Flugzeugabfertigung, wie der Flughafen mitteilte. Das Flughafen-Team setze alles daran, im Sinne der Passagiere den Flughafenbetrieb so weit wie möglich aufrechtzuerhalten. „Es ist jedoch davon auszugehen, dass es zu Beeinträchtigungen und Verzögerungen kommen wird“, teilte der Flughafen mit. Für Montag seien insgesamt 284 Flüge – 141 Ankünfte und 143 Abflüge – mit mehr als 40.000 Passagieren geplant.
Verdi sieht sich „zu Warnstreik gezwungen“
„Wir sehen uns zu diesem Warnstreik gezwungen, da die Arbeitgeber in den laufenden Tarifverhandlungen für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes bisher kein Angebot vorgelegt und keine Bereitschaft gezeigt haben, unsere berechtigten Forderungen zu erfüllen“, erklärte Christine Behle, stellvertretende Verdi-Vorsitzende.
„Die Beschäftigten an den Flughäfen leisten eine unverzichtbare Arbeit für den reibungslosen Ablauf des Luftverkehrs und tragen für die Sicherheit aller Passagiere maßgeblich Verantwortung.“ Auch sie verdienten eine angemessene Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen.
„Wir müssen unseren Forderungen von acht Prozent mehr Lohn, aber mindestens 350 Euro, jetzt Nachdruck verleihen“, erklärte Verdi weiter. Reisende müssen nun mit Verzögerungen und massiven Flugausfällen rechnen, wenn Bodendienstleister streiken.
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