Zinsen im Vergleich: Vom Baukredit zum Tagesgeld
EZB senkt Leitzins: Diese Alternativen lohnen sich
Ende Januar 2025 hat die Europäische Zentralbank (EZB) eine weitere Zinssenkung beschlossen. Der für Sparer besonders wichtige Einlagensatz wurde um 0,25 Prozentpunkte auf 2,75 Prozent reduziert. Weitere Zinssätze wie der Haupt- und Spitzenrefinanzierungssatz, liegen jetzt jeweils bei 2,90 Prozent und 3,15 Prozent. Diese Veränderungen beeinflussen sowohl Sparer als auch Kreditnehmer, die sich nun auf ein neues Zinsumfeld einstellen müssen.
Dennoch gibt es attraktive Alternativen, die sich aufgrund höherer Zinsen lohnen könnten. So bietet Barclays aktuell einen Aktionszins von 2,75 Prozent auf Tagesgeld für Neukunden. Allerdings ist dieser Zinssatz auf drei Monate begrenzt, danach sinkt er auf 1,20 Prozent. Das Angebot von Trade Republic könnte langfristig attraktiver sein, da es 2,75 Prozent Zinsen ohne feste Laufzeit bietet.
Auch die Eröffnung eines Festgeldkontos kann für Sparer interessant sein, die an einer stabilen, mittel- bis langfristigen Geldanlage interessiert sind. Hierbei wird ein bestimmter Betrag für einen festgelegten Zeitraum angelegt. Das derzeit attraktivste Angebot bietet Klarna mit 2,74 Prozent Zinsen für drei Jahre – sowohl für Neu- als auch Bestandskunden.
Baufinanzierung Zinsen: ING senkt Zinsen beim Baukredit
Im August hat die ING ihre Bauzinsen* um bis - 0,10 Prozent heruntergeschraubt. Je nach Standort der Immobilie können Kunden außerdem von einem Regional-Zins-Rabatt von bis zu 0,10 Prozent auf den Sollzinssatz profitieren.
Auf ihrer Website bietet die ING* ein repräsentatives Beispiel für die Baufinanzierung. Bei einer Finanzierungssumme von 300.000 Euro mit hundertprozentiger Auszahlung, einer Zinsbindung von 15 Jahren und einer jährlichen Tilgung von 3,00 Prozent kann sich der gebundene Sollzinssatz auf 3,56 Prozent p. a. und der effektive Jahreszins auf 3,64 Prozent belaufen.
Im Gegensatz zu anderen Krediten wird bei der Baufinanzierung der Zinssatz individuell festgelegt. Dabei werden verschiedene Faktoren berücksichtigt, etwa die Höhe des Darlehens, das Einkommen und die Bonität des Antragstellers. Statt eines Festzinses geben Banken deshalb eine Zinsspanne an, an der sich Kunden orientieren können.
Bank of Scottland Festgeld: 2,40 Prozent
Neben Klarna* und der J&T Direktbank* kann auch die Bank of Scotland* mit attraktiven Zinssätzen aufs Festgeld überzeugen. Das schottische Finanzinstitut bietet 2,40 Prozent p. a.* für sechs Monate an.
Auch bei einer zweijährigen Laufzeit gibt es noch 2,30 Prozent – eine klare Ansage an deutsche Konkurrenten, die mit Festzinsen eher zögerlich agieren. Kunden können bei der Bank of Scotland zwischen Festgeld-Angeboten mit folgenden Zinssätzen und Zeiträumen auswählen:
- 2,40 % für drei Monate
- 2,35 % für sechs Monate
- 2,25 % für neun Monate
- 2,20 % für zwölf Monate
- 2,30 % für zwei Jahre
Trade Republic Zinsen: 2,75 Prozent aufs Tagesgeld sichern
Nach der Leitzinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) im Januar von 3,25 auf 2,75 Prozent haben sich die Zinssätze vieler Tagesgeldkonten verändert. Auch die Berliner Firma Trade Republic schraubte ihre Zinsen, die zuvor bei 3,25 Prozent lagen, herunter. Mit 2,75 Prozent unbefristet auf geparktes Guthaben* ist die Online-Handelsplattform trotzdem noch ein Marktführer unter den flexiblen Geldanlage-Möglichkeiten.
ING Kredit: 2/3-Zinssatz von 6,05 Prozent für Ratenkredit
Neben ihren Baufinanzierungszinsen hat die ING auch die Zinsen für Ratenkredite* verändert. Zwischen 3,29 bis 9,99 Prozent liegt die effektive Zinsspanne nun, wobei der sogenannte Zweidrittel-Zinssatz 6,05 Prozent beträgt.
Unter dem Zweidrittel-Zins, auch 2/3-Zins geschrieben, versteht man den Durchschnittswert, den zwei Drittel aller Bankkunden für einen Kredit höchstens zahlen. Laut einer Auswertung des Handelsblattes im Februar 2024 bewegten sich die Zweidrittel-Zinssätze für Ratenkredite über 10.000 Euro bei einer Laufzeit von zwei Jahren zwischen 4,08 und 12,92 Prozent. Der Durchschnitt unter den verglichenen Kreditinstituten lag bei etwa 7,52 Prozent.
Klarna Zinsen: Bis zu 2,74 Prozent fürs Festgeld
In Deutschland ist Klarna den meisten Menschen wohl als Zahlungsanbieter beim Online-Shopping ein Begriff. Das schwedische Unternehmen bietet als lizenzierte Bank aber auch Festgeldkonten an. Derzeit garantiert Klarna Neu- und Bestandskunden bis zu 2,74 Prozent Zinsen pro Jahr bei einer Laufzeit von 36 Monaten.
Das Festgeld+-Angebot* umfasst aber auch andere Zeiträume, mit Zinssätzen zwischen 2,28 und 2,74 Prozent. Damit sticht Klarna aus der Menge hervor. Erst im August hat die schwedische Firma die Zinsen für dreijährige und vierjährige Laufzeiten verändert:
- 2,40 % Zinsen p. a. für drei Monate
- 2,28 % Zinsen p. a. für sechs Monate
- 2,55 % Zinsen p. a. für ein Jahr
- 2,58 % Zinsen p. a. für 18 Monate
- 2,68 % Zinsen p. a. für zwei Jahre
- 2,74 % Zinsen p. a. für drei Jahre
- 2,67 % Zinsen p. a. für vier Jahre
Die Verzinsung findet jährlich und zum Ende der Laufzeit statt.
Die beliebtesten Angebote bei WELT-Lesern
Zinsen Targobank: Per Depotübertrag bis zu 2,25 Prozent aufs Tagesgeld
Ein Tagesgeldkonto im klassischen Sinne bietet die Targobank. Das Finanzunternehmen lockt in den ersten 4 Monaten nach Vertragsabschluss mit einem Sonderzinssatz von 2,25 Prozent p.a.* bei einer Maximaleinlage von bis zu 1.000.000 Euro. Danach gilt der im Marktvergleich jedoch relativ niedrige Basiszinssatz von 0,60 Prozent.
Es gibt aber auch noch eine andere Möglichkeit, hohe Zinsen bei der Targobank zu sichern – per Depotübertrag*. Anleger, die mindestens 7.000 Euro von einer anderen Bank zur Targobank übertragen, können sich einen Zinssatz von 3,20 Prozent bei 12 Monaten Laufzeit sichern.
Das Angebot ist grundsätzlich kostenfrei, jedoch an bestimmte Bedingungen geknüpft. So besteht etwa eine Mindestdauer des Depotverbleibs von zwölf Monaten, mit Möglichkeit auf den Verkauf einzelner Positionen. Der verzinste Betrag ist auf eine Million Euro begrenzt. Außerdem gilt das Angebot nur für Kunden, die in den vergangenen 36 Monaten kein Depot bei der Targobank geführt haben.
Festgeld Zinsen: 2,25 Prozent für zwei Jahre bei CreditPlus
Attraktiv für viele Anleger mag das Festgeld-Angebot von CreditPlus* sein. Das deutsche Finanzunternehmen mit Hauptsitz in Stuttgart bietet zwischen 2,00 und 2,50 Prozent Zinsen pro Jahr, die Zeiträume belaufen sich auf drei Monate bis sieben Jahre.
Den Zins von 2,25 Prozent gibt es für ein 24-monatiges Festgeldkonto, wobei auch drei und vier Monate mit 2,10 Prozent verzinst werden. Für eine Laufzeit von drei Jahren erhält man 2,30 Prozent p. a. Das übertrifft das Angebot der Deutschen Bank, die für eine Laufzeit von zwölf Monaten etwa 2,25 Prozent garantiert.
Barclays Zinsen: 2,75 Prozent für 3 Monate, dann 1,20 Prozent
Die britische Bank Barclays bietet Neukunden einen Aktionszins von 2,75 Prozent p. a.* aufs Tagesgeld. Der Zinssatz gilt für Einlagen bis zu 250.000 Euro – Beträge, die darüber hinaus gehen, werden mit 1,20 Prozent verzinst. Das Angebot wird drei Monate lang garantiert, danach gilt der variable Zinssatz für Bestandskunden, der ebenfalls bei 1,20 Prozent liegt.
Zinsen: Diese Banken bieten dauerhaft gute Prozente
Achten Sie neben den verlockenden Aktionszinsen auch auf Angebote mit verhältnismäßig hohen Basiszinsen, denn für Bestandskunden sowie nach Ablauf des Aktionszeitraums gelten in der Regel andere Zinssätze. Zu den besten Angeboten zählen unter anderem:
Was ist der Unterschied zwischen Tagesgeld und Festgeld?
Tagesgeld ist eine Form der Geldanlage, bei der Kunden ihr Geld kurzfristig parken und darauf Zinsen verdienen. In der Regel können Anleger jederzeit auf ihr Tagesgeldguthaben zugreifen. Die Zinsen sind meist variabel und können sich je nach Marktlage ändern.
Bei einem Festgeldkonto werden Einlagen wiederum für einen festgelegten Zeitraum angelegt. Die Zinsen sind nicht variabel, sondern werden für die Laufzeit garantiert. Anleger können in diesem Zeitraum aber nicht auf ihr Geld zugreifen.
Welche Faktoren beeinflussen die Zinssätze?
Verschiedene Faktoren können die Zinssätze von Krediten, Tages- oder Festgeld beeinflussen. Der mitunter wichtigste Faktor sind die Leitzinsen der EZB, die die Wirtschaftslage spiegeln, aber auch beeinflussen können. Das gilt etwa für die Inflation oder den Eurokurs.
Zinsen: Wie werden meine Einlagen gesichert?
In Deutschland sowie EU-weit müssen Finanzinstitute Einlagen bis zu 100.000 Euro pro Kunde gesetzlich sichern. Überdies schließen viele Banken und Unternehmen zusätzliche Mitgliedschaften in Einlagensicherungsfonds ab, um Kundenvermögen über 100.000 Euro zu schützen. Kunden sollten sich vor der Vertragsschließung oder Kontoeröffnung über die Einlagensicherung ihrer gewählten Bank informieren.
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