Ungenießbare Wahrheiten
Wenn es Nacht wird über Heilbronn, leuchtet ein Punkt im Nordosten der Stadt hell auf. Hoch über den 130.000 Einwohnern, über den Häusern, die sich unter Weinreben an den Neckar schmiegen, strahlen Lichter den Turm des Wartbergs an und tupfen ihn fast wie einen Stern an den Himmel. Der Turm leuchtet, weil es einer der reichsten Deutschen so wollte, erzählt man sich unten im Tal. Er habe sich das zum 80. Geburtstag geschenkt. Wer vom Turm hinabblickt, schaut auf eine Stadt, die als Herzensprojekt dieses Mannes gilt. Seine Stiftung machte sie zur Universitätsstadt, errichtete eine teure internationale Privatschule und unterstützte den Neubau eines Museums, fördert Theater, Schulen, Kitas. Heilbronn soll offenbar mindestens zu einem Wissensstandort werden, zu einer Art deutschem Silicon Valley womöglich.
Der Mann heißt Dieter Schwarz, und er soll über ein geschätztes Vermögen von 44 Milliarden Euro verfügen. Er nennt Heilbronn seine Heimat, ist ihr Ehrenbürger, ihr Mäzen und ihre größte Legende. Einer, der ihn kennt, sagt: Schwarz sei "all das, was er gebaut hat".
Dieter Schwarz hat viele Namen in Heilbronn, Phantom etwa oder König. In seiner Firma nennen sie ihn oft nur: den Inhaber. Seine Firma, das ist die Schwarz-Gruppe, eines der größten deutschen Unternehmen. Ein Imperium mit mehreren Hundert Gesellschaften, knapp 600.000 Mitarbeitern; der Jahresumsatz lag zuletzt bei etwa 167,2 Milliarden Euro. Den Großteil davon erwirtschaften Lidl und Kaufland mit ihren rund 14.000 Supermärkten. Lidl ist einer der größten Discounter der Welt. Kaufland liege seinem Gründer ganz besonders am Herzen, sagen Insider. Noch heute soll Schwarz ein Büro gleich hinter der ersten Filiale haben, die er 1984 in Neckarsulm bei Heilbronn eröffnete.
Dieter Schwarz ist heute 85 Jahre alt und wirkt zuweilen wie der liebe Gott. Allmächtig, aber unsichtbar. Er lebt zurückgezogen, gibt keine Interviews, meidet öffentliche Auftritte. Es gibt kaum Fotos von ihm. Ein Grund könnten Entführungen wie die des Aldi-Mitbegründers Theo Albrecht, des Zigarettenfabrik-Erben Jan Philipp Reemtsma oder der Schlecker-Kinder sein. Berichten zufolge soll Schwarz schon Entführungsdrohungen gegen seine beiden Töchter erhalten haben.
Dieter Schwarz, reichster Deutscher und Mann hinter Kaufland

Die Schwarz-Gruppe macht längst nicht mehr nur in Supermärkten. Die Firma Schwarz-Digits etwa spezialisiert sich auf künstliche Intelligenz und Cybersicherheit. Viele, vielleicht Hunderte Millionen Euro fließen in Start-ups und Professuren, zuletzt auch in einen Innovationspark für künstliche Intelligenz. All das ist die Vision für die Zukunft. Kaufland soll darin eine Rolle als Digitalhändler wie Amazon spielen. Nun aber gibt es ausgerechnet dort Probleme: Missstände in Dutzenden Märkten, die das Potenzial bergen, die Gesundheit von Kunden und Mitarbeitern zu gefährden.
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