Tesla hat im vergangenen Quartal deutlich weniger Autos auf der Welt ausgeliefert. In Europa fällt der Effekt besonders stark aus. Der Autobauer wollte in diesem Jahr eigentlich den Absatz steigern.

Überschattet vom umstrittenen politischen Engagement des Firmenchefs Elon Musk sind die Verkaufszahlen von Tesla weltweit stärker gesunken als erwartet. Im ersten Quartal lieferte der US-Elektroautobauer mit 336.681 Fahrzeugen 13 Prozent weniger aus als im Vorjahreszeitraum, teilte Tesla mit. Analysten hatten im Schnitt einen Rückgang um dreieinhalb Prozent erwartet. Starke Rückgänge in Europa hatten bereits auf schwächere Auslieferungszahlen hingedeutet. Die Aktien fielen zeitweise um mehr als sechs Prozent.

Tesla erklärte, der Modellwechsel beim Model Y habe zu einigen Wochen Produktionsstopp in allen vier Werken geführt. Doch auch Musks Rolle als Berater von US-Präsident Donald Trump, durch die er maßgeblich an der Entlassung tausender Bundesbediensteter und der Kürzung humanitärer Hilfe beteiligt war, und seine Beifallsbekundungen für rechtsextreme Parteien in Europa, sind Analysten zufolge ein belastender Faktor.

Zuletzt kam es vermehrt zu Protesten mit Sachbeschädigung vor Tesla-Autohäusern in den USA und Europa, Autos wurden in Brand gesteckt und Schaufensterscheiben mit Farbe besprüht. Aber auch die veraltete Palette nur weniger Modelle ist ein Nachteil für Tesla. Zudem setzen Konkurrenten, vor allem in China, aber auch in Europa durch das wachsende Modellangebot der europäischen Autobauer, Tesla mit seiner bislang führenden Marktstellung bei E-Autos unter Druck.

Die Auslieferungen im ersten Quartal sind die niedrigsten seit dem Frühjahr 2022. Eine regionale Aufschlüsselung gibt Tesla nicht bekannt. In der Europäischen Union (EU) hielt die Talfahrt auf wichtigen Märkten wie Frankreich im März an, nachdem sich die Neuzulassungen in der EU in den ersten beiden Monaten des Jahres dem Herstellerverband ACEA zufolge auf gut 19.000 halbiert hatten.

Der Autobauer wollte in diesem Jahr den Absatz steigern, nachdem er 2024 den ersten Rückgang seiner Geschichte erlebt hatte. Jetzt erwarten Analysten, dass der größte chinesische E-Autohersteller BYD den Amerikanern die Marktführerschaft entreißen wird.

Neuauflage von Model Y kommt

Die Autonachfrage weltweit schwächelt, und Tesla wird nach Worten Musks erheblich von den US-Importzöllen getroffen werden. Umso mehr kommt es für Tesla auf einen Erfolg der Neuauflage des Bestsellers Model Y an, die vor Kurzem auf den Markt kam.

In China legten die Verkäufe des Modells nach dem Marktstart im Februar gegenüber dem Vormonat zu. Doch nach Daten des chinesischen Automobilverbandes CPCA sanken die Auslieferungen im März auf dem weltweit größten Automarkt dennoch um 11,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat auf knapp 79.000 Fahrzeuge. Im ersten Quartal verkaufte Tesla mit knapp 173.000 Stück gut ein Fünftel weniger seiner in China produzierten Autos, die zum Teil nach Europa exportiert werden.

Tesla hat angekündigt, noch in diesem Jahr ein preisgünstigeres Modell auf der Basis seiner bestehenden Plattform auf den Markt zu bringen, hat aber noch keine genauen Angaben zu diesem Fahrzeug gemacht.

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