Das Manöver: China hat am Dienstag eine weitere grossangelegte Militärübung rund um die ostasiatische Inselrepublik Taiwan lanciert. Taiwan meldete am ersten Tag Dutzende chinesische Militärflugzeuge sowie 21 Kriegsschiffe, darunter den Flugzeugträger «Shandong» und vier Schiffe der Küstenwache vor seinen Inseln. Laut der chinesischen Volksbefreiungsarmee trainieren Luftwaffe, Marine und die Raketeneinheit in der Taiwanstrasse präzise Angriffe auf wichtige Ziele und gemeinsame Blockaden. Bodentruppen übten zudem das Schiessen über weitere Distanzen auf simulierte Ziele im Ostchinesischen Meer.

Der Zeitpunkt: China will mit dem Manöver nach eigenen Angaben ein weiteres Signal an Taiwans Präsidenten Lai Ching-te senden. Dieser hatte in den letzten Wochen wiederholt mit Nachdruck bekräftigt, dass er Taiwan gegen einen allfälligen Angriff von China stärken will. Neben der Bekanntgabe von konkreten Massnahmen habe Lai China ausdrücklich als feindliche ausländische Macht bezeichnet, was darauf schliessen lasse, dass er Taiwan als unabhängiges und eigenständiges Land verstehe, erklärt Ostasien-Korrespondent Samuel Emch. Also eine direkte und grosse Provokation für China, das Taiwan als eigene Provinz betrachte und sie nötigenfalls militärisch einverleiben wolle.

Die Rolle der USA: Ein weiterer Auslöser für die grosse Militärübung dürfte laut Emch der Besuch von US-Verteidigungsminister Pete Hegseth in der Region gewesen sein. Dieser hatte in den vergangenen Tagen mit Japan und den Philippinen die nördlichen und südlichen Nachbarn Taiwans besucht. Er betonte dabei, dass die USA Chinas Aggression abschrecken wollten und mit den Partnern in der Region zusammenstünden. Ebenso nennt ein jüngst geleaktes Papier des Verteidigungsministers die Abschreckung von China vor einer Invasion in Taiwan als hohes Ziel der USA.

Legende: Bei Chinas Militärmanöver vor Taiwan ist auch der Flugzeugträger «Shandong» im Einsatz. Keystone/EPA/TAIWAN MILITARY NEWS AGENCY

Die Angst von Taiwan: Der Umgang der USA unter Präsident Donald Trump mit der Ukraine habe auch in Taiwan in letzter Zeit Sorgen ausgelöst, stellt Emch weiter fest. Namentlich davor, Washington könnte sich auch von Taiwan distanzieren und die Insel zum leichten Ziel von China machen. Und all dies im Wissen, dass Taiwan nur dank der USA eigenständig bleiben könne. Signale aus den USA in den letzten Wochen hätten diese Sorgen Taiwans auch wieder ein wenig zerstreut, so Emch.

Die andauernde Eskalation: Grosse Militärmanöver Chinas rund um Taiwan gab es in den vergangenen Jahren immer wieder. Man könne diesbezüglich von einer andauernden Eskalation sprechen, sagt Emch. Im vergangenen Jahr führte China zwei grössere Übungen unter dem Namen «Gemeinsames Schwert 2024A und 2024B» durch. Das jetzt laufende Manöver «Meerengen-Donner 2025A» lasse darauf schliessen, dass dieses Jahr erneut eine weitere Übung folgen könnte, schätzt Emch.

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