Die Deutsche Bahn zieht sich aus dem Kioskgeschäft an den Bahnhöfen zurück. Die Marke „ServiceStore DB“ werde bis Ende 2026 aufgelöst, die Läden jedoch unter der Marke ihrer jeweiligen Betreiber weitergeführt, erklärte das Unternehmen am Mittwochmorgen im Onlinenetzwerk Linkedin. „Wir gehen konsequent den nächsten Schritt zur Modernisierung unserer Bahnhöfe und fokussieren uns aufs Kerngeschäft“, gab der Konzern zur Begründung an.

Die rund 200 Shops würden an den Bahnhöfen erhalten bleiben und weiterentwickelt werden, da die Betreiber eigene, moderne Konzepte mitbrächten, fuhr die Deutsche Bahn fort.

Derweil konzentriere sich die Bahn unter anderem darauf, die Bahnhöfe zu modernisieren, hieß es. Jährlich plant das Unternehmen nach eigenen Angaben, bis 2027 jährlich 100 Bahnhöfe „sauberer, moderner“ und „sicherer“ zu machen.

Im vergangenen Jahr waren nur 62,5 Prozent der Fernzüge pünktlich unterwegs – nicht einmal zwei von drei ICE und IC. „Historisch schlecht“ sei das, heißt es im internen Strategiepapier „S3“, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

„S3“ steht für ein umfassendes Programm, mit dem die Bahn das Ruder rumreißen will. Statt mehr Verkehrswachstum steht dabei die Stabilisierung des gesamten Bahnsystems im Mittelpunkt. Die drei zentralen Ziele sind die Verbesserung des Betriebs, die Sanierung der Infrastruktur und solide Finanzen. Schon in diesem Jahr will der Konzern zumindest operativ – also vor Zinsen und Steuern (Ebit) – wieder schwarze Zahlen schreiben.

Im vergangenen Jahr stand an dieser Stelle noch ein großes, um Inflationseffekte bereinigtes Minus in Höhe von 333 Millionen Euro. Unter dem Strich machte der Konzern gar einen Verlust von 1,8 Milliarden Euro. Die gut laufende Logistiktochter DB Schenker bessert die Bilanz aufgrund ihres Verkaufs an den dänischen Wettbewerber DSV nicht mehr auf.

Schuld an der hohen Unzuverlässigkeit ist aus Bahn-Sicht vor allem die marode Infrastruktur. Sie führt zu vielen ungeplanten Baustellen, die den Fahrplan zerschießen. Hinzu kommt die zu teils zu hohe Auslastung des Netzes.

Sparen will der Konzern auch am Personal, insbesondere in der Verwaltung. Bis 2027 sollen rund 10.000 Menschen weniger für den Konzern arbeiten als noch 2024.

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