US-Anleger warten auf Trumps nächsten Zoll-Hammer
Der US-Präsident wird in Kürze wohl die nächsten Zölle verkünden, bei den US-Anlegern sorgt das weiter für Unsicherheit. Gold ist weiterhin ein gesuchter Hafen. Börsenneuling Newsmax - ein Medienoutlet, das Amerikas Konservative bedient - legt nach fulminantem Start weiter zu.
Die Aussicht auf neue US-Zölle sorgt für schwankende Kurse an der Wall Street. Die wichtigsten Indizes schlossen am Dienstag uneinheitlich: Der Dow Jones blieb faktisch unverändert bei knapp 41.990 Punkten, ein deutliches Minus von Johnson&Johnson belastete den Index. Der technologielastige Nasdaq rückte dagegen um 0,9 Prozent auf fast 17.450 Zähler vor und der breit gefasste S&P 500 legte um 0,4 Prozent auf 5633 Stellen zu.
Die Regierung von US-Präsident Donald Trump bereitet einer Zeitung zufolge breit angelegte Zölle gegen zahlreiche Länder vor. Sie dürften in der Größenordnung von rund 20 Prozent liegen, berichtete die "Washington Post" unter Berufung auf Insider. Trump will am Mittwoch "reziproke Zölle" gegen fast alle Handelspartner verkünden. Das bedeutet, dass die US-Zölle, die bei vielen Produkten bislang niedriger sind, auf das Niveau der jeweiligen Handelspartner angehoben werden. Marktbeobachter rechnen damit, dass die Zölle die Infaltion weiter anfachen dürfte.
"Der Markt preist das Worst-Case-Szenario ein, und wenn wir noch nicht den Tiefpunkt erreicht haben, dann sind wir ziemlich nah dran", sagte Gina Bolvin, Präsidentin des Vermögensverwalters Bolvin in Boston. "Ich würde bei dieser Korrektur nicht verkaufen."
Für vorsichtigen Optimismus sorgten die jüngsten Nachrichten aus Chinas Industriesektor. Robuste Exportaufträge und eine kräftigere Inlandsnachfrage erzeugten im März das stärkste Wachstum in dem wichtigen Wirtschaftssektor seit vier Monaten. Analysten führen diese Entwicklung zum Teil darauf zurück, dass US-Importeure im Vorfeld der erwarteten Zollerhöhungen der US-Regierung Vorräte chinesischer Waren angelegt haben.
Mittlerweile ist die Sorge an den Aktienmärkten groß, dass ein globaler Handelskrieg zu einer Rezession führen könnte. Diese Unsicherheit befeuerte weiter den Run auf Gold. Das Edelmetall verteuerte sich zwischenzeitlich um bis zu 0,8 Prozent auf 3148,88 Dollar je Feinunze und erreichte damit ein neues Allzeithoch. Gewinnmitnahmen drückten den Preis daraufhin um 0,2 Prozent auf 3118 Dollar. "Einige reduzieren ihre Risiken und wenden sich dem sicheren Hafen Gold zu, um sich gegen die drohende Volatilität ihrer Portfolios abzusichern", kommentierte Yeap Jun Rong, Stratege beim Broker IG.
Kursfeuerwerk bei Börsenneuling Newsmax
Für Gesprächsstoff bei den Einzelwerten sorgte unter anderem Newsmax. Einen Tag nach dem fulminanten Börsendebüt des US-Medienunternehmens ging es für die Aktie weiter steil nach oben: Die Titel der auf konservative Inhalte spezialisierten Nachrichten- und Meinungswebsite schossen um 179 Prozent nach oben. Am Montag hatten sie bei ihrem Börsengang an der Wall Street bereits um mehr als 735 Prozent auf 83,51 Dollar zugelegt.
Gefragt waren auch die Titel des Modekonzerns PVH, die um 18,2 Prozent zulegten. Der Eigner der Marken "Tommy Hilfiger" und "Calvin Klein" erwartet einen Jahresumsatz- und -gewinn über den Schätzungen der Analysten und will 2025 eigene Aktien im Wert von 500 Millionen Dollar zurückkaufen.
Um 7,6 Prozent nach unten ging es dagegen für Johnson & Johnson. Der US-Pharma- und Konsumgüterkonzern hat im Streit um mutmaßlich asbestverseuchtes Babypuder einen erneuten Rückschlag erlitten. Aus den Depots flogen auch Intel. Die Titel des Chipkonzerns gaben nach der ersten öffentlichen Rede von Konzernchef Lip-Bu Tan um 2,9 Prozent nach. Bernstein-Analyst Stacy Rasgon führte die negative Kursreaktion darauf zurück, dass die Rede "eher wie eine Entschuldigung als eine Keynote" geklungen habe. Konkrete Aussagen zu Produkten, Kunden oder zur kriselnden Sparte für die Auftragsfertigung von Halbleitern ("Foundry") seien dagegen ausgeblieben.
Anleger trennten sich auch von On. Die vom Schweizer Tennis-Star Roger Federer gestützte Laufschuh-Marke wird künftig nicht mehr von einer Doppelspitze geleitet. Die Papiere verloren nach der Ankündigung 2,8 Prozent.
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