• Die Flughäfen leiden unter stetig wachsenden Standortkosten.
  • Airlines ziehen sich wegen der hohen Abgabenlast von deutschen Flughäfen zurück.
  • Der Flughafenverband fordert deswegen von der Politik Abgabesenkungen.

Susanne Hermann ist die Geschäftsführerin des Flughafens Erfurt/Weimar. Sie kann von einer zuletzt positiven Entwicklung berichten: "Wir haben diesen Sommer eine deutliche Steigerung an der Anzahl an Abflügen. Unser Hauptziel ist dabei Antalya, was dieses Jahr 23 Mal pro Woche angeflogen wurde, im Vergleich zu 14 Mal die Woche letztes Jahr. Das ist eine deutliche Steigerung." Außerdem habe der Flughafen drei neue Airlines gewonnen.

Und trotzdem – auch ihr Flughafen leide unter den staatlichen Steuern und Gebühren, die in Deutschland zuletzt immer weiter gestiegen sind.

Isabelle Polders ist Sprecherin beim Flughafenverband ADV und sagt: 30 Prozent der Kosten einer Airline seien Standortkosten: "Die staatlichen Standortkosten haben sich für einen Flug von einem deutschen Flughafen zu einem EU-Ziel bereits zwischen 2019 und 2024 verdoppelt und sie haben zum 1. Januar 2025 nochmal um 20 Prozent nachgelegt."

Airlines ziehen sich zurück

Die Airlines flögen dann lieber von anderen – günstigeren – europäischen Flughäfen. In Mitteldeutschland hat sich zuletzt die Billig-Airline Ryanair von den Flughäfen Leipzig/Halle und Dresden zurückgezogen und das mit der hohen Abgabenlast in Deutschland begründet.

Isabelle Polders sagt: "Wenn man sich die ostdeutschen Flughäfen anguckt, zum Beispiel Dresden, da ist Prag nicht so weit. Dann kostet der Flug nach Palma von Dresden 5.500 Euro an staatlichen Steuern und Gebühren und von Prag aus knapp 360 Euro." Der Unterschied macht laut Polders sehr deutlich, wo das Problem liegt.

Verkehrsminister beraten über Senkungen

Der Flughafenverband erwartet von der Politik deshalb Abgabensenkungen. Die wollen laut Verkehrsministerkonferenz auch die Länder. Auf der Konferenz werde nun weiter beraten, um dann gegebenenfalls Forderungen an den Bund zu kommunizieren.

Rüdiger Kiani-Kreß schreibt für die Wirtschaftswoche vor allem über die Luftfahrtbranche. Er sagt: In anderen Ländern werde der Flugverkehr subventioniert, weil er für Tourismus sorge: "Das ist eine andere Philosophiefrage, aber wenn in Deutschland diese Belastung weitergegeben wird und woanders nicht, ist das eine Wettbewerbsverzerrung und da müsste sich der deutsche Staat eigentlich Gedanken machen."

Außerdem sei die Zahl der Flüge in Deutschland noch nicht wieder auf dem Niveau vor Corona, während andere Länder das bereits übertroffen hätten, sagt Kiani-Kreß.

Begrenzte Möglichkeiten der Flughäfen

Susanne Hermann, Geschäftsführerin des Flughafens Erfurt/Weimar, sagt: Erst, wenn sich eine Airline entschieden hat, überhaupt aus Deutschland zu fliegen, kann man über einige kleinere Stellschrauben als Flughafen auch noch selbst etwas am Preis drehen.

Zum Beispiel bei eigenen Dienstleistungen am Flughafen: "Wir sind dort ein bisschen flexibler, in dem, was wir als Preis nehmen können. Natürlich werden wir nie den Preis unterschreiten, den es uns selbst in den Betriebskosten kostet. Aber das ist ein Bereich, wo man an der Marge ein bisschen arbeiten kann." Trotzdem betont sie: Den finalen Flugticketpreis macht dann immer die Airline.

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