Bahn meldet dickes Pünktlichkeitsplus auf sanierter Riedbahn
Klar, die Strecke der Riedbahn ist 2024 fünf Monate voll gesperrt, Pendler müssen Geduld und Zeit mitbringen. Allerdings scheint sich die umfassende Sanierung gelohnt zu haben. Die Deutsche Bahn meldet zumindest deutlich pünktlichere Züge und weniger Störungen. Sie ist aber nicht vollständig glücklich.
Drei Monate nach dem Start des Bahnverkehrs auf der sanierten Riedbahn zwischen Frankfurt und Mannheim hat die Deutsche Bahn eine verbesserte Pünktlichkeit und weniger Störungen auf der Strecke vermeldet. So seien die auf der Strecke verkehrende Regionalbahn RE70 und die S-Bahnen im Nahverkehr im Februar 2025 im Schnitt um 20 Prozentpunkte pünktlicher als im Vorjahresmonat gewesen, teilte das Unternehmen in Berlin mit.
Damit stieg die Pünktlichkeitsquote von 60 Prozent im Februar 2024 auf 80 Prozent im diesjährigen Februar, wie eine Bahnsprecherin weiter mitteilte. Der Wert liegt allerdings weiterhin unter der bundesweiten Pünktlichkeitsquote im Nahverkehr, die die Bahn für Februar mit 90,9 Prozent angibt.
Der Fernverkehr hat keine Halte auf der Riedbahn. "Fernverkehrszüge, die verspätet auf die Riedbahn einfahren, konnten ihre Verspätung auf der Strecke um ein Drittel reduzieren", erklärte die Bahn.
Wie die Bahnsprecherin weiter mitteilte, rechnet das Unternehmen mit weiteren Verbesserungen. Im zweiten Quartal dieses Jahres werde das neue europäische Zugkontrollsystem ETCS vollständig in Betrieb genommen, dann sei auf weiteren Streckenabschnitten der Riedbahn eine Geschwindigkeit von 200 Kilometern pro Stunde möglich, erklärte die Sprecherin.
Weniger Störungen, mehr Züge
Dem Konzern zufolge sind auch die "infrastrukturbedingten" Störungen auf der Strecke um 27 Prozent zurückgegangen. An einzelnen Tagen gebe es bei Störungen sogar um 50 Prozent weniger. Zudem fuhren Philipp Nagl, Vorstandsvorsitzender des Bahnunternehmens InfraGo, zufolge im Februar mehr Züge pro Tag auf der Strecke - 345 statt im Vorjahresmonat 329. Auch aus Sicht des Fahrgastverbandes Pro Bahn ist die Sanierung unter dem Strich gelungen.
"Drei Monate nach Abschluss unseres Pilotprojekts für die Generalsanierungen sind wir mit der Entwicklung sehr zufrieden", erklärte Nagl. "Es ist uns gelungen, die Qualität der Anlagen auf der Strecke deutlich zu verbessern - und auch die Pünktlichkeitswerte sind auf dem richtigen Weg." Nagl stellte aber auch klar: "Es gibt nicht das Allheilmittel. Es gibt viel zu tun. Die Generalsanierungen sind nicht die Lösung für alles."
Zu den bestehenden Verspätungen sagte Nagl: "Theoretisch könnte mehr Nahverkehr auf der Riedbahn fahren. Das ist aber aktuell nicht möglich, weil dort unverändert Fernverkehrs- und Güterverkehrszüge unterwegs sind."
Es gebe nach wie vor ein "Gedränge" und eine Kapazitätsfrage. "Der Betrieb verläuft jetzt nach der Generalsanierung deutlich geordneter und wir können ihn besser managen." Aber es sei nicht so, "dass wir eine Strecke haben, wo nur der Nahverkehr fährt und damit natürlich ein ganz anderes Qualitätsniveau möglich wäre, als in diesem enormen Mischbetrieb".
Bahn hofft auf Neubaustrecke
"Wir erwarten, dass es noch besser wird, es ist ein Kapazitätsproblem", sagte Nagl. Dies werde sich mit der Fertigstellung der Neubaustrecke Frankfurt-Mannheim ändern. Dann könne Nah- und Güterverkehr tagsüber die Riedbahn nutzen und der Fernverkehr die Neubaustrecke.
Nach wie vor steht nach Einschätzung von Thomas Mroczek von Pro Bahn die Strecke unter besonderer Beobachtung, Störungsteams seien sehr schnell verfügbar. Ganz vollendet sei das Vorhaben zudem nicht, wegen einer ausstehenden Endabnahme könnten ICE nördlich von Biblis noch nicht die volle Geschwindigkeit fahren.
Auch auf der Riedbahn gebe es weiter Probleme im Zugverkehr, beispielsweise wegen fehlendem Stellwerkspersonal. "Das ist nach wie vor ein Schwachpunkt", sagte Mroczek. Zu spüren seien zudem Verspätungen, die wegen Personen im Gleis oder Betriebsstörungen an anderer Stelle im Netz der Deutschen Bahn verursacht würden. "Diese Verspätungen bleiben uns leider erhalten."
Die Riedbahn war für die bis dahin einmalige Modernisierung bis Mitte Dezember für rund fünf Monate vollständig gesperrt. Seit dem 24. Dezember fahren wieder alle Züge nach dem neuen Fahrplan. Die Gesamtkosten betrugen Nagl zufolge nach veranschlagten 1,3 Milliarden am Ende rund 1,5 Milliarden Euro. Die Deutsche Bahn will bis 2030 insgesamt 41 viel befahrene Korridore grundlegend modernisieren und so auch für pünktlichere Züge sorgen.
Den Start machte im vergangenen Jahr die Riedbahn. Die Strecke Hamburg-Berlin wird von August 2025 bis Ende April 2026 voll gesperrt.
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