Den Mindestlohn in Deutschland bestimmt eigentlich nicht die Politik. Bei den Koalitionsverhandlungen wird aber bereits ein neuer Satz von 15 Euro genannt. Das verärgert Handwerkspräsident Dittrich. Die Steuerpläne der SPD lehnt er kategorisch ab.

Handwerkspräsident Jörg Dittrich hat mit Blick auf die Koalitionsverhandlungen zwischen Union und SPD vor einem Mindestlohn von 15 Euro gewarnt. "Noch bevor die Mindestlohnkommission miteinander verhandelt, wird schon aus der Politik eine Forderung aufgestellt", sagte Dittrich der "Bild am Sonntag". "Ein zu hoher Mindestlohn setzt die Wettbewerbsfähigkeit weiter herunter und wir nehmen billigend in Kauf, dass Geschäftsmodelle verloren gehen."

Dittrich warnte vor Jobverlusten durch eine Mindestlohnerhöhung. "Wir sehen heute schon, dass in Bereichen, die sehr lohnintensiv sind, die Schwarzarbeit ansteigt", sagte der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks weiter. "Ein Luxusprodukt darf teuer sein, aber wenn der Friseurbesuch oder die Reparatur der Heizung zum Luxusprodukt wird, dann sind wir auf der schiefen Ebene."

"Es würde keine Kündigungswellen im Handwerk geben, aber es gibt ein stilles Sterben, weil Meister sagen, das rechnet sich nicht mehr, ich schließe einfach den Laden zu", sagte Dittrich der "BamS". Außerdem gebe es einen Unterschied, ob jemand in der Uckermark vom Mindestlohn leben müsse oder in München. Die SPD verlangt eine Erhöhung des Mindestlohns von derzeit 12,82 Euro auf 15 Euro pro Stunde ab 2026.

Handwerkerrechnung würden steigen

Die Erhöhung des Mindestlohns würde auch einen Anstieg der Preise für Handwerksleistungen bedeuten. "Ohne zu übertreiben, können wir sagen: Ein Euro mehr Lohn bedeutet locker 2,50 bis 3 Euro auf die Preise", sagte er der Zeitung.

Dittrich kritisierte auch Pläne der SPD, den Spitzensteuersatz auf 47 Prozent und die Reichensteuer auf 49 Prozent anzuheben. "Ich bin entsetzt, dass die SPD noch nicht verstanden hat, dass 60 Prozent der Handwerksbetriebe Personengesellschaften sind", sagte der Handwerkspräsident. "Dort ist die Einkommenssteuer die Unternehmenssteuer. Es wäre Zehntausende Handwerksmeister betroffen, weil sie plötzlich als Superreiche gelten. Deswegen ist das kategorisch abzulehnen."

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