Pharmaindustrie fürchtet Trumps Zollwahn und reagiert
Donald Trump verhängt immer mehr Zölle auf verschiedene Produkte. Bevor es Medikamente trifft, reagiert die Pharmabranche. Die großen Unternehmen exportieren vorsorglich mehr Packungen in die USA. Das macht sich bei den Logistikern bemerkbar.
Die Pharmaindustrie trifft angesichts der von US-Präsident Donald Trump angekündigten Zollerhöhungen ungewöhnliche Vorkehrungen und fliegt verstärkt Medikamente in die USA ein. Zwei europäische Pharmakonzerne berichteten, dass sie in den vergangenen Wochen so viele Arzneimittel wie möglich über den Atlantik geschickt hätten - und gehört hätten, dass andere Firmen dasselbe tun. Denn die Branche befürchtet, dass in Europa produzierte Arzneimittel von den Zöllen betroffen sein könnten.
Auch die großen Logistiker bekommen die anziehende Nachfrage zu spüren: "Lufthansa Cargo verzeichnet derzeit einen Anstieg der Nachfrage für Pharma-Sendungen in die USA", teilte das Unternehmen mit. Einige große Pharmaunternehmen mit Produktionsstandorten in Europa erhöhten ihre Produktion und beschleunigten den Versand in die Vereinigten Staaten, was hauptsächlich auf die möglichen Zollerhöhungen für Pharma-Produkte aus der EU zurückzuführen sei. Auch DHL verzeichnet eine steigende Nachfrage von Pharma-Produzenten nach Lieferungen via Luftfracht in die USA.
Einer der Pharma-Führungskräfte sagte, sein Unternehmen plane Szenarien für mögliche Zölle und versende mehr Medikamente per Luftfracht mit globalen Logistikfirmen wie UPS und DHL. Genauere Details nannte er nicht. DHL bestätigte einen Anstieg der pharmazeutischen Luftfracht aus Europa. Der Schweizer Logistikkonzern Kuehne und Nagel berichtete von "einigen größeren Lieferungen in die USA".
Lufthansa Cargo teilte weiter mit, die möglichen Zollerhöhungen veranlassten "Unternehmen, verschiedene Schritte in der Lieferkette zu beschleunigen". Das Unternehmen sieht sich dafür gut gerüstet: "Sollte es zukünftig zu weiteren konkreten Änderungen, beispielsweise durch die Einführung neuer Zölle, kommen, ist Lufthansa Cargo sehr gut aufgestellt, um auch kurzfristig auf Änderungen reagieren zu können."
Meist importierte Produkte
Laut der EU-Statistikbehörde Eurostat beliefen sich die Arzneimittel- und Pharmaexporte der EU in die USA im Jahr 2023 auf rund 90 Milliarden Euro. Dazu gehören auch populäre Medikamente wie die Abnehmspritzen Wegovy und Zepbound von Novo Nordisk und Eli Lilly sowie das Krebsmittel Keytruda von Merck & Co.
Arzneimittel gehören zu den meist importierten Produkten der USA. Europa ist dabei der weitaus wichtigste Lieferant mit einem Handelsvolumen von mehr als 150 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024. Bereits im Januar haben US-Unternehmen deutlich mehr pharmazeutische Produkte importiert als sonst üblich.
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