Porsche SE plant Großinvestition jenseits von VW - Rüstungsbranche im Visier
Die Krise bei VW und der Porsche AG hat dem Großaktionär Porsche SE gerade einen Milliardenverlust eingebrockt. Zwar schwört die Beteiligungsgesellschaft der Auto-Clans Piëch und Porsche Volkswagen die Treue, sieht sich aber gleichzeitig nach einer neuen Kernbeteiligung in einer anderen Branche um.
Über die Holdinggesellschaft Porsche SE (PSE) kontrollieren die Familien Piëch und Porsche den Volkswagenkonzern. Dafür wurde das Unternehmen in dieser Form 2007 geschaffen. Dafür - plus seit 2002 eine direkte Beteiligung an Sportwagenbauer Porsche AG - ist es bis heute bekannt. Doch die Ambitionen der Auto-Clans gehen weit über diese beiden Beteiligungen hinaus. PSE will eine weitere strategische Beteiligung und zwar jenseits der Autoindustrie eingehen. Im Fokus steht dabei die boomende Rüstungsindustrie.
PSE besitzt bereits neben den beiden den Beteiligungen an VW und Porsche AG kleinere Anteile an aktuell 15 weiteren Firmen. Das Unternehmen spricht von seinen zwei "Kernbeteiligungen" und kleineren "Portfoliobeteiligungen", dazu gehören unter anderem Anteile an der Flixbus-Mutter Flix, dem Raumfahrt-Startup Isar Aerospace oder dem Drohnenhersteller Quantum Systems.
Erstmals will PSE nun aber in eine weitere Kernbeteiligung investieren. Laut Vorstandschef Hans Dieter Pötsch hat das Unternehmen derzeit zwei Milliarden Euro Bruttoliquidität, sodass sie "handlungsfähig" sei. Interessant seien die Felder Verteidigung, aber auch Infrastruktur, wo es auch Potenzial wegen der von der Bundesregierung geplanten Investitionspakete gebe. Im Visier habe die PSE dividendenstarke Firmen. Konkrete Namen nannte Pötsch nicht. Der PSE-Chef äußerte sich anlässlich der Veröffentlichung der Jahreszahlen. Für 2024 das Unternehmen infolge der Krise bei VW und Porsche hohe Wertberichtigungen auf ihre Aktienpakete vornehmen, was zu einem Bilanzverlust von 20 Milliarden Euro führte.
Auch seine "Portfolioinvestitionen" will PSE erweitern und hat dabei nach Angaben des zuständigen Vorstands Lutz Meschke keine Berührungsängste mit der Rüstungsbranche. Ein Bespiel dafür sei die Investition in Quantum Systems, dessen Drohnen sowohl für zivile als auch militärische Zwecke eingesetzt werden. Für ihn seien "effektive Verteidigungsmöglichkeiten ein wichtiges Instrument zur Verteidigung unserer Werte", sagte der Manager laut "Handelsblatt". Er sehe daher keine "moralischen Einwände" gegen ein finanzielles oder strategisches Engagement in der Rüstungsbranche.
Bekenntnis zu VW
Insgesamt investierte die PSE 600 Millionen Euro in Beteiligungen und erlöste durch Verkäufe von Anteilen an den Portfolio-Firmen rund 300 Millionen Euro. Geplant seien weitere Verkäufe. "Wir gehen davon aus, dass wir relativ kurzfristig signifikante Veräußerungsgewinne erzielen werden", sagte Meschke.
Nicht geplant ist dagegen ein Verkauf von VW- oder Porsche-Aktien, wie Vorstandchef Pötsch "klipp und klar" betonte. Die "Bild" hatte berichtet, die VW-Eignerfamilien prüften auf Empfehlungen von Beratern hin eine Trennung von einem kleinen Teil ihrer VW-Stammaktien. Um die Kontrolle zu behalten, könne der Anteil von 53,3 Prozent auf bis zu 45 Prozent reduziert werden.
Die PSE setzt als langfristiger Ankeraktionär Pötsch zufolge vielmehr auf "erhebliches Wertsteigerungspotenzial" von Volkswagen und Porsche. Dazu müssten die eingeschlagenen Sparprogramme, die mit dem Abbau Tausender Arbeitsplätze Kosten drücken sollen, konsequent umgesetzt werden. "Unsere Kernbeteiligungen müssen wettbewerbsfähiger und rentabler werden." VW und Porsche hatten 2024 wegen des Einbruchs im China-Geschäft und der weltweit schwachen Autokonjunktur weniger verdient. Das hatte die Aktienkurse stark sinken lassen.
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