Mitte Februar 2025 näherte sich der Goldpreis der 3.000-Dollar-Marke und erreichte mit 2.943 US-Dollar pro Feinunze ein neues Rekordhoch. In den letzten zehn Jahren hat sich der Wert des Edelmetalls damit mehr als verdoppelt. Auch in Euro zeigt sich eine ähnliche Entwicklung: Anfang 2015 lag der Preis noch bei 1.074,40 Euro, während er im Januar 2025 auf 2.618,14 Euro stieg – ein Anstieg von über 140 Prozent.

Die jüngste Preisentwicklung wird unter anderem durch wirtschaftliche Unsicherheiten und geopolitische Spannungen beeinflusst. Gold bleibt für viele Anleger ein Mittel zur Absicherung gegen Inflation und Währungsrisiken. Ob der Preis die 3.000-Dollar-Marke überschreiten wird, bleibt abzuwarten.

Ein Gold-Investment kann sich also lohnen. Eine Problematik der Geldanlage ist aber häufig die teure und aufwendige Lagerung von physischem Gold. Vor diesem Hintergrund bieten Gold-ETFs (Exchange Traded Funds) oder -ETCs (Exchange Traded Commodities) als börsengehandelte Produkte eine attraktive Möglichkeit, in Gold zu investieren, ohne physisches Gold kaufen zu müssen.

Gold kaufen: Gold-ETFs und -ETCs – was ist der Unterschied?

Sowohl Gold-ETFs als auch -ETCs werden von Banken oder professionellen Fondsgesellschaften ausgegeben. Sie bilden die Entwicklung des Goldpreises annähernd nach.

Während Gold-ETFs in der Regel verschiedene Goldunternehmen und -projekte umfassen, investieren Gold-ETCs direkt in den physischen Rohstoff. Einige ETFs bieten auch eine zusätzliche Absicherung gegen Währungsrisiken, weil sie den Goldpreis in verschiedenen Währungen abbilden. Ein ETC ist demnach ein Wertpapier, während ein ETF als Sammlung einzelner Wertpapiere fungiert.

Gold-ETFs: Die Rechtslage in Deutschland

Was vielen Anlegern nicht bewusst ist: Gold-ETFs sind in Deutschland nicht zugelassen. Nach dem Kapitalanlagegesetzbuch muss das zur Verfügung gestellte Kapital eines Investmentfonds in verschiedene Anlagen investiert werden. Dementsprechend darf ein ETF nicht ausschließlich auf einen Rohstoff fokussiert sein. Deutschen Anlegern ist es aber möglich, per Gold-ETCs an der Wertentwicklung des Edelmetalls teilzuhaben.

Anders als Aktien oder ETFs sind ETCs aber keine Anteile, sondern Schuldverschreibungen, auch Anleihen genannt. Investoren dienen also nicht als Teilhaber, sondern als Gläubiger: Sie übertragen dem Aussteller des ETCs einen bestimmten Betrag und verdienen dabei in der Regel Zinsen. Der Emittent verpflichtet sich wiederum, die Schuld am Ende der Laufzeit zurückzuzahlen. Sollte der Aussteller jedoch Insolvenz melden, könnten Anleger ihre Investitionen verlieren.

In Gold investieren: Wo kann ich Gold-ETCs handeln?

Der Handel mit Gold-ETCs erfolgt in der Regel genau wie der mit Aktien. Anleger können über Banken, Online-Broker oder aber auch direkt über Emittenten wie Xetra ihr Portfolio aufbauen und verwalten.

Die Handelsgebühren variieren je nach Broker und Handelsplatz. Viele Online-Broker bieten mittlerweile kostengünstige Kauf- und Verkaufsmöglichkeiten oder sogar kostenlose Sparpläne für Gold-ETCs an, was den Einstieg für langfristige Anleger erleichtert.

Beim Berliner Unternehmen Trade Republic* etwa ist die Eröffnung und Verwaltung eines Depots kostenlos. Pro Kauf und Verkauf eines Wertpapiers oder ETFs fällt lediglich eine Gebühr von 1 Euro an. Kunden können unter anderem Gold-ETCs wie Physical Gold USD von iShares oder Physical Gold Hedged EUR von Wisdomtree kaufen – wobei diese auf Trade Republic in der Kategorie „ETF“ gelistet werden, weil es keine Kategorie für ETCs gibt. Weitere beliebte Broker sind Finanzen.net zero* oder eToro*.

Gold-ETFs und -ETCs kaufen: Depots im Vergleich

Xetra-Gold: ETCs durch physischen Goldvorrat gedeckt

Das wohl bekannteste Wertpapier für Gold in Deutschland ist Xetra-Gold. Die von der Deutschen Börse Commodities GmbH emittierte Schuldverschreibung wurde 2007 eingeführt und hat sich seitdem zu einem der beliebtesten Gold-ETCs in Europa entwickelt. Mit einer Marktkapitalisierung von mehreren Milliarden Euro ist er auch einer der größten.

Der Gold-ETC wird an der Deutschen Börse Xetra gehandelt. Jede Einheit Xetra-Gold ist durch physisches Gold gedeckt, das in Tresoren gelagert wird. Auf Wunsch haben Anleger sogar die Möglichkeit, sich das investierte Gold „zum Anfassen“ direkt nach Hause liefern zu lassen. Der ETC bietet somit eine hohe Sicherheit und Transparenz. Derzeit hat Xetra etwa 180 Tonnen Gold im Bestand.

Gold-ETCs: Die beliebtesten Wertpapiere

Weitere beliebte Gold-ETCs, die zum Teil etwa bei eToro*, Trade Republic* und Scalable* gehandelt werden können, sind:

  1. iShares Physical Gold ETC (A1KWPQ): Dieser trackt den physischen Goldpreis und ist mit Jahreskosten von 0,12 % kostengünstig.
  2. Wisdomtree Gold ETC (A0KRKW): Der ETC besteht aus Terminkontrakten auf Gold und spiegelt so die entsprechende Wertentwicklung ab.
  3. Wisdomtree Physical Gold – EUR Daily Hedged (A1RX98): Dieses Wertpapier setzt den Schwerpunkt auf die Absicherung von Währungsschwankungen des Goldpreises gegenüber dem Euro.

Bei der Auswahl eines Gold-ETCs sollten Anleger die Gesamtkostenquote (TER), Sicherheit und Struktur des Wertpapiers berücksichtigen. Die TER deckt unter anderem Kosten wie Versicherungsprämien, Lagerhaltungs- und Managementkosten ab. Nach Angaben der Merkur Privatbank liegt die Gesamtkostenquote eines Gold-ETCs meist zwischen 0,00 und 0,59 Prozent pro Jahr.

Einige ETCs sind physisch abgesichert, während andere synthetische Nachbildungen verwenden, die zusätzliche Risiken bergen können. Es ist außerdem wichtig, die steuerlichen Auswirkungen zu beachten, da diese je nach Wohnsitz und Art der Anlage variieren können.

Auch die Tracking-Differenz ist ein wichtiger Faktor. Sie gibt an, wie genau der ETF oder ETC den zugrunde liegenden Goldpreis nachbildet. Eine niedrige Tracking-Differenz ist wünschenswert, da sie darauf hinweist, dass die Anlage die Performance von Gold möglichst genau widerspiegelt.

Goldminen-ETF: Eine Anlagechance jenseits des reinen Goldpreises

Neben den klassischen Anlagemöglichkeiten für Gold gibt es auch spezialisierte ETFs, die in Goldminenunternehmen investieren und auf deutschen Handelsplattformen gehandelt werden können. Diese ETFs ermöglichen es Anlegern, vom Potenzial der Goldförderung zu profitieren.

Die Wertentwicklung hängt dabei nicht nur vom Goldpreis, sondern auch von der Performance der darin enthaltenen Minenunternehmen ab. Diese ETFs können eine höhere Rendite bieten, sind jedoch auch mit höheren Risiken verbunden.

Besonders attraktiv können Goldminen-ETFs sein, wenn die Goldpreise steigen, da die Gewinne der Minenunternehmen in der Regel überproportional wachsen. Auf der anderen Seite sind sie auch anfälliger für Risiken wie steigende Produktionskosten, politische Instabilität in Förderländern und Umweltprobleme.

Gold-ETF: Die besten Goldminen-ETFs

Zu den bekanntesten Goldminen-ETFs gehören die von VanEck emittierten Gold Miners UCITS (A12CCL) und Junior Gold Miners UCITS (A12CCM). Letzteres repräsentiert vor allem die Performance von kleineren und mittelgroßen Minenunternehmen. Beide ETFs investieren aber in eine Vielzahl von Bergbauunternehmen weltweit, was das Risiko streut.

Auch der Gold Producers UCITS ETF USD (A1JKQJ) von iShares erfreut sich großer Beliebtheit, da dieser ein hohes Fondsvolumen in Euro hat. In den letzten Jahren konnte aber auch der L&G Gold Mining UCITS ETF (A0Q8HZ) Investoren mit einer starken Rendite überzeugen.

Gold: Physisch oder als ETC?

Physisches Gold ist eine „greifbare“ Anlage, die in unsicheren Zeiten beruhigend wirken kann. Es kann jedoch schwierig sein, größere Mengen sicher zu lagern, und der An- und Verkauf kann mit hohen Prämien und Abschlägen verbunden sein. Dem entgegen bieten Gold-ETCs eine bequeme Möglichkeit, in Gold zu investieren, ohne sich um die physischen Aspekte kümmern zu müssen. Goldminen-ETFs garantieren wiederum eine Verteilung innerhalb des Goldsektors, da sie in mehrere Projekte investieren.

Ein weiterer Vorteil von Gold-ETCs ist die Möglichkeit, regelmäßige Sparpläne einzurichten. Dies ermöglicht es Anlegern, kontinuierlich in Gold zu investieren und von Durchschnittskosten zu profitieren. Physisches Gold bietet diese Flexibilität in der Regel nicht, da Kauf und Verkauf größere finanzielle Mittel erfordern.

Anleger, die etwa in Xetra-Gold investieren, zahlen zudem keine Management-Gebühren und keinen Ausgabeaufschlag, wie es sonst bei Investmentfonds oft der Fall ist. Extrakosten, die sonst durch den Erwerb, Transport und die Lagerung von physischem Gold entstehen, fallen nicht an. Nur die üblichen Transaktionskosten beim Handel mit Wertpapieren müssen gedeckt werden.

Gold investieren: Lohnt sich die Anlage?

Gold wird oft als Inflationsschutz angesehen, da es bei steigenden Preisen meist seinen Wert behält oder der Wert sogar zunimmt. Der Goldpreis kann aber stark von geopolitischen Ereignissen und wirtschaftlichen Entwicklungen beeinflusst werden. Diese Faktoren müssen Investoren abwägen. Da die ETCs in der Regel durch physisches Gold gedeckt sind, müssen sich Anleger weniger Sorgen über die Sicherheit ihrer Wertpapiere machen.

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