Probleme bei Sprengung an Kohlekraftwerk
Heute sollten in Hamburg die beiden Kesselhäuser des ehemaligen Kohlekraftwerks Moorburg gesprengt werden. Die Sprengung des ersten Gebäudes erfolgte am Vormittag, bei der Sprengung des zweiten gab es jedoch Probleme.
Zunächst sah alles nach einer perfekten Sprengung aus: Alles war abgesperrt, auch die Elbe am Kraftwerk Moorburg. Dann begann eine Abfolge von zehn Einzel-Sprengungen in dem ersten Kesselhaus. Das große Gebäude sackte langsam in sich zusammen, eine riesige Staubwolke breitete sich aus. Alle blickten in Erwartung auf das zweite Kesselhaus - aber nichts passierte.
Untersuchungen zu fehlgeschlagener Sprengung laufen
Experten analysieren zurzeit, woran es gelegen haben könnte, womöglich an einer technischen Störung oder an Auswirkungen der ersten Sprengung. Die nun erforderlichen Untersuchungen sind nicht ungefährlich, da 600 Kilogramm Sprengstoff in dem zweiten Kesselhaus schon verbaut sind. Ob womöglich noch heute gesprengt werden kann oder das ganze um mehrere Tage verschoben werden muss, ist zurzeit offen.
Vor Ort gelten umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen: Das Gebiet wurde am Morgen in einem Umkreis von 500 Metern abgesperrt. Diese Zone darf während der Sprengung nicht betreten werden. Frühestens eine Stunde nach Abschluss der Arbeiten wird das Sperrgebiet wieder freigegeben.
Abrissarbeiten laufen schon länger
Seit eineinhalb Jahren laufen in Hamburg die Abrissarbeiten am ehemaligen Kohlekraftwerk Moorburg. Drei Milliarden Euro hatte das einst modernste und effektivste Steinkohlekraftwerk in Deutschland gekostet. Im November war bereits der markante, 140 Meter hohe Doppel-Schornstein gesprengt worden.

Hier stand auch der Doppel-Schornstein noch: Blick aus der Luft auf das Kraftwerksgelände im April 2022.
Künftig Elektrolyseur an gleicher Stelle
Mitte des Jahres sollen die ersten freigeräumten Flächen des ehemaligen Kraftwerks Moorburg dann übergeben werden, damit dort mit dem Bau eines Elektrolyseurs begonnen werden kann. Die Anlage soll von 2027 an dann sogenannten grünen Wasserstoff produzieren - also Wasserstoff, der aus umweltfreundlich erzeugtem Strom hergestellt wird.
Nicht alles wird abgerissen
Teile der bestehenden Infrastruktur und der Anlagen können laut Wirtschaftsbehörde künftig für die Wasserstofferzeugung genutzt werden. So bleiben etwa die Anlagen zur Wasseraufbereitung sowie das Werkstatt- und Lagergebäude erhalten. Der bereits vorhandene Anschluss an das Höchstspannungsnetz, über den der Elektrolyseur künftig mit Strom aus erneuerbaren Energien versorgt wird, wird umgebaut und verlegt.
Dieses Thema im Programm:
NDR Fernsehen | Hamburg Journal | 23.03.2025 | 19:30 Uhr
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