Stellenabbau bei Mercedes – Konzern zahlt teilweise 500.000 Euro als Abfindung
Angesichts der Krise in der Automobilwirtschaft will Mercedes-Benz im Rahmen seines Programms „Next Level Performance“ bis 2027 rund fünf Milliarden Euro einsparen – auch durch den Abbau von Personal. Weil eine Betriebsvereinbarung jedoch bis 2035 vor Kündigungen schützt, will das Unternehmen mehr als 30.000 Mitarbeitern ein Freiwilligenprogramm anbieten. Das „Handelsblatt“ berichtet nun über die entsprechenden Konditionen.
Je nach Alter, Gehalt und Betriebszugehörigkeit wäre dadurch möglicherweise ein hoher sechsstelliger Betrag als Abfindung möglich. Die Abfindungsangebote richtet sich laut „Handelsblatt“ ausschließlich an Mitarbeiter in indirekten Bereichen außerhalb der Produktion, darunter auch Teamleiter und Meister. Ein Teamleiter mit 30 Jahren Betriebszugehörigkeit und 9000 Euro Monatsgehalt könne dadurch etwa mit mehr als 500.000 Euro rechnen. Für höhere Führungsebenen gebe es ein separates Abbauprogramm. Überproportional viele Managementstellen sollen entfallen.
Bereits beim letzten Sparprogramm „Move“ hatte Mercedes hohe Abfindungen gezahlt. Ein Beispiel aus dieser Zeit: Ein 47-jähriger Verwaltungsmitarbeiter mit 17 Jahren Betriebszugehörigkeit und einem Monatsgehalt von 9136 Euro erhielt damals mehr als 418.000 Euro.
Das Abfindungsprogramm beinhalte jedoch die doppelte Freiwilligkeit, berichtet das „Handelsblatt“ und bezieht sich auf Einblicke in interne Unterlagen. Das bedeutet, dass der Konzern von sich aus auch eine Zahlung ablehnen könne. Denn Leistungsträger, so heißt es, wolle das Unternehmen auch nach der Umstrukturierung halten.
Bei Mercedes war zuletzt der Gewinn um 28 Prozent eingebrochen, lag aber immer noch bei 10,4 Milliarden Euro, bei BMW ging es um 37 Prozent auf 7,7 Milliarden Euro nach unten. Ähnlich das Bild bei Audi: 2024 sackte das Nachsteuerergebnis der Ingolstädter VW-Tochter um 33 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro ab.
Der Betriebsrat von Mercedes hatte die Sparpläne des Konzerns als „Horror-Liste“ bezeichnet. Im März erzielte er jedoch mit der Konzernspitze eine Einigung über das Sparprogramm. Bis 2035 sind betriebsbedingte Kündigungen bei Mercedes-Benz ausgeschlossen. Im Gegenzug verzichten die Beschäftigten auf eine geplante Tariferhöhung, zudem fällt die Gewinnprämie in diesem Jahr geringer aus.
Mercedes selbst betont, man gehe sozialverträglich und fair vor. Ziel sei ein schlankeres, agileres Unternehmen mit effizienteren Strukturen – auch durch verstärkten Einsatz Künstlicher Intelligenz. Für verbleibende Mitarbeiter beginnt laut Konzern „ein neuer Abschnitt mit Herausforderungen und Chancen“. Das gesamte Abfindungsprogramm läuft von Anfang April 2025 bis März 2026.
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