Die Bundesrepublik Deutschland war noch jung und alles schien möglich, als Mercedes seine erste Staatslimousine auflegte. Ein Traum ist die Cabrioversion – es wurden nur 65 Exemplare gebaut.

Der Mercedes 300 ist nicht das schönste Fahrzeug von Mercedes. Ungleich berühmter wurde der spektakuläre Mercedes 600 der Baureihe W 100. Neben dem 600er wirkt der 300er grob und üppig. Aber auch einzigartig, denn er bewahrt den Geist der Adenauer-Ära – vor allem als Cabrio. Im 300er  zeigt sich die aufstrebende und allmählich selbstbewusstere Bundesrepublik. Noch nicht ganz perfekt, aber schon wieder da. Der Zweite Weltkrieg war noch in direkter Erinnerung, als Mitte der 50er Jahre die Entscheidung für den Mercedes 300 gefällt wurde.

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"Von dem Adenauer Cabriolet wurden gerade einmal 65 Stück gebaut. Wie viele es noch gibt, wissen wir nicht genau. Viele sind es aber sicher nicht", sagt Mike Kunz, Chef des Mercedes Klassikcenters in Irvine, Kalifornien. Er hütet das wohl wertvollste Mercedes 300 d Cabriolet. "Die Restaurierung dauerte rund vier Jahre", sagt Mike Kunz nüchtern, "parallel dazu haben wir eine 300er Limousine instandgesetzt und dabei viel über die Baureihen gelernt."

Der große Bruder des 300 SL

Die enge technische Verwandtschaft mit dem weitaus atemberaubenderen Flügeltürer Mercedes 300 SL sieht niemand dem zwei Tonnen schweren Luxusmodell an. Damals reichten 160 PS und 242 Nm maximales Drehmoment für stilvolles Vorankommen. Wer heute in dem Mobil Platz nimmt, reist in die automobile Vergangenheit.

Immerhin ist eine Höchstgeschwindigkeit von 165 km/h möglich. Der Sprint von Null auf Hundert benötigt epische 18 Sekunden. Aber Leistungsdaten prägen nicht den Charakter des 300er. Ruhiges Gleiten auf der Landstraße ist das Metier des Benz – auch angesichts seiner allzu weichen Lenkung. Am besten man drappiert das mächtige Stoffdach in aller Ruhe nach hinten und genießt den Himmel.

Heute darf dieser Benz gelegentlich in Kalifornien auf die Straße. Dann säuselt der Motor kaum vernehmbar im Hintergrund und das Luxusmodell drückt sich scheinbar ohne jegliche Anstrengung die seichten Kehren an der kalifornischen Küste hinauf.

Traumhafter Preisanstieg 

Lässt man sich auf den Rhythmus des Wagens ein, bewegt man sich mit ihm wie bei einem Walzer. Der beste Platz ist jedoch nicht der Arbeitsplatz des Chauffeurs, früher reiste die Herrschaft hinten. Im opulenten Fond sitzt es sich schon aufgrund des 3,15 Meter langen Radstandes noch lässiger als vorn. Ende der 1950er Jahre kostete dieser Cabriotraum 37.000 D-Mark. Heute schätzt Klassikexperte Mike Kunz den Wert auf über eine Million Euro. 

Damit endet dieser Traum für Normalsterbliche.

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Kra/Presinnform
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