Wer auch immer das wichtigste Amt der Bundesrepublik bald bekleiden wird – in diesen Autos reist er oder sie maximal gesichert, überaus edel und wenn gewünscht sogar rein elektrisch.

Angela Merkel war ohne ihren geliebten gepanzerten Audi im politischen Alltag nur schwer vorstellbar. Die langjährige Bundeskanzlerin war während ihrer Amtszeit von wenigen Ausnahmen abgesehen in einem schwarzen Audi A8 Security in Schwerpanzerung unterwegs – chauffiert vom Personenschutz des Bundeskriminalamtes. 

Mit dem Wechsel zum Nachfolger Olaf Scholz trat als Gefährt des Bundeskanzlers ein anderer Hersteller in den Vordergrund. Auf den ehemaligen Ersten Bürgermeister von Hamburg wartete der damals neue Mercedes S 680 Guard. BMW hatte die vergangene 7er-Generation als Panzer schmerzlich aussetzen müssen und legte erst vor knapp zwei Jahren das neue Modell wieder als Panzerversion auf – und das gleich mit V8-Verbrenner oder einer Elektroversion.

Bundeskanzler kann auf drei Premiummarken zurückgreifen

Seit Jahrzehnten geben die deutschen Premiumhersteller bei den Panzerlimousinen weltweit den Ton an und bieten somit auch einem Spitzenpolitiker wie dem deutschen Bundeskanzler ein sicheres automobiles Zuhause. Das Dreigestirn aus Audi A8, BMW 7er und Mercedes S-Klasse ist nicht nur bei den normalen Luxuslimousinen von der Stange das Maß der Dinge, sondern auch bei den hoch gesicherten Panzerversionen, auf die Bundeskanzleramt und BKA-Begleitschutz zugreifen. 

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1931 Mercedes-Benz 370 S Mannheim Sport Cabriolet In 1926 fusionierten die beiden deutschen Hersteller Daimler und Benz zur Daimler-Benz AG und produzierten in ihren nun zwei Fabriken auch den Mercedes-Benz "Mannheim". Besonders herausragend war laut Auktionshaus dieses Modell 17/75 HP 370 S, das maßgeblich die Entwicklung zukünftiger Sportwagenmodelle beeinflusste. Der restaurationsfähige Oldtimer wurde für 500.000 US-Dollar verkauft © Courtesy of RM Sotheby's / PR
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Damit innen- und wirtschaftspolitisch korrekt keine der drei Marken ausgegrenzt wird, sind Fahrzeuge aller drei Marken im Portfolio – alle maximal gepanzert nach den Vorgaben der Schutzstufen VR-9 / VR-10. Der kommende Regierungschef muss sich in seiner Amtszeit daher keinerlei Sorgen machen, denn er ist bestens gesichert auf deutschen und internationalen Straßen unterwegs.

Nachdem die gepanzerte G-Klasse seit Längerem nicht mehr verfügbar ist, setzt Mercedes bei den Panzerfahrzeugen allein auf seine S-Klasse. Das aktuelle Modell ist ausschließlich mit langem Radstand und dem 450 kW / 612 PS / 830 Nm starken V12-Turbotriebwerk des Maybachs zu bekommen. Eine speziell verlängerte XXL-Version wie den Pullman Guard des Vorgängers gibt es als sogenanntes Repräsentationsfahrzeug nicht.

Audi: Unter der Haube arbeitet für die vier Tonnen schwere Panzerlimousine ein vier Liter großer V8-Doppelturbo mit 420 kW / 571 PS und einem maximalen Drehmoment von 800 Nm © Audi / PR

Dafür bietet mittlerweile auch Mercedes seinen gepanzerten S 680 Guard mit Allradantrieb an. Diese Antriebsart war ab Werk lange Jahre nur bei Audi mit seinem A8 und bei VW mit dem längst ausgelaufenen Phaeton als Lieblingsauto von Ex-Kanzler Gerhard Schröder verfügbar. Wegen nennenswerter Fahrdynamikvorteile gerade bei schlechtem Wetter erfreute sich gerade der Audi A8 L Security lange Zeit großer Beliebtheit bei den internationalen Personenschützern.

Während die meisten Panzerfahrzeuge wegen Reifen mit entsprechenden Notlaufeigenschaften bei 210 km/h abgeregelt werden, ist bei der aktuellen Panzer-S-Klasse der Schutzstufe VR10 bei 190 km/h Schluss mit dem Vortrieb. Achsen und Reifen des als Viersitzer verfügbaren 4,2-Tonnen-Modells stammen dabei von der Vorgängerversion. 

Autos auch gegen Sprengladungen gesichert

Die Schutzklasse VR10 erfüllt die höchste ballistische Prüfstufe für Zivilfahrzeuge und ist nicht nur gegen Sprengladungen gesichert, sondern auch gegen den Beschuss mit Sturmgewehren mit Stahlhartkern-Munition. Wurden bisher die entsprechenden Schutzmaterialien bei den Panzerlimousinen von Mercedes in die Serien-Rohbaustruktur integriert, wurde beim S Guard erstmals ein spezifischer Panzerrohbau aus Schutzelementen entwickelt. 

Der Bundeskanzler sitzt so in einer geschützten Zelle, was jedoch nur Experten auffallen dürfte, denn von außen sieht der Mercedes S 680 Guard beinahe aus wie eine ganz normale S-Klasse. Optische Unterschiede sind auf den zweiten Blick nur bei den zentimeterdicken Scheiben und den Reifen mit Pax-Notlaufsystem von Michelin zu erkennen.

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Auf diesen Sicherheitspneus ist auch die bayrische Konkurrenz unterwegs. Audi stellt dem Bundeskanzleramt und dem Personenschutz des BKA schwarze Audi A8 der Schutzklasse VR10 zur Verfügung. Der 5,32 Meter lange Audi A8 L Security bietet im Inneren einen vergleichbaren Luxus wie der Mercedes S 680 Guard. Steigt der Bundeskanzler in diesen Limousinenpanzer, ist ebenfalls für souveränen Vortrieb gesorgt.

In der gesicherten Schutzkolonne geht es bei Bedarf mit bis zu 210 km/h über die Autobahn zum nächsten Termin, während im Fond hinten rechts entspannt telefoniert oder an einem ausklappbaren Tisch gearbeitet wird. In Scheiben und Außenspiegeln versteckt, blitzen auf Knopfdruck blaue Flasher, und es kann ein Blaulicht aufgesetzt werden.

Will der kommende Bundeskanzler mit einem besonderen Ökoanspruch glänzen, kann er in den BMW i7 Protection einsteigen, denn die Panzerversion des 7ers ist nicht nur mit einem potenten Achtzylinder-Turbo, sondern auch als Elektroversion im Fuhrpark. 

Im Gegensatz zum 530 PS starken V8-Benziner wird der gepanzerte BMW i7 mit seinen beiden Elektromotoren (400 kW / 544 PS / 745 Nm) an Vorder- und Hinterachse bei 160 km/h abgeriegelt und hat eine Reichweite von unter 350 km © BMW / PR

Das Fahrzeug ist daher eher nichts für den schnellen Dauereinsatz auf der Autobahn, aber genau richtig, um ebenfalls mit der Schutzklasse VR9 / VR10 unterwegs zu sein und ebenso geräuschlos wie luxuriös zum nächsten Gesprächstermin zu rollen. Die Verbrennerversion des BMW 7er Protection verfügt über einen auslaufhemmenden Kraftstofftank und ist auf besonderen Wunsch auch mit Karosserieschutzpanzerungen nach VPAM 10 aufrüstbar, die gegen den Beschuss mit Sprengladungen und Schusswaffen verschiedenster Art schützen sollen.

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